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07.03.2017

10:22 Uhr

Sentinel-Satellit startet in Kourou

Grollend in den Tropenhimmel

Vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou schickt die EU seit Jahrzehnten ihre Satelliten ins All – so auch den neusten Erdbeobachter Sentinel-2B. Bei aller Routine bleiben solche Starts selbst für Experten aufregend.

Sentinel-2B

Durch ESA – Fünfter europäischer Erdbeobachtungssatellit gestartet

Sentinel-2B: Durch ESA – Fünfter europäischer Erdbeobachtungssatellit gestartet

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KourouUm 22.49 Uhr Ortszeit (2.49 Uhr deutscher Zeit) steigt ein Feuerball auf. Für etwas mehr als zwanzig Sekunden breitet sich das gleißende Licht aus am nördlichen Horizont, steigt höher, dann verschwindet die Vega-Rakete hinter der tropischen Wolkendecke – Europas neuer Erdbeobachtungs-Satellit „Sentinel-2B“ ist auf dem Weg ins All.

Zum Abschied schickt die Rakete ein tiefes Donnergrollen zur Erde. Erst mit gut einer halben Minute Verzögerung erreicht der tiefe Ton die Zuschauer in mehr als zehn Kilometern Entfernung auf der Terrasse des Kontrollzentrums am europäischen Weltraumbahnhof Kourou.

Die Rakete mag unterwegs sein: Für gelösten Jubel im Kontrollraum „Jupiter“ ist es aber noch zu früh. Selbst Profis stehen bei solchen Starts unter Strom. „Die Spannung kann uns keiner nehmen“, sagt der Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), Johann-Dietrich Wörner.

Bei „Sentinel-2B“ wird es noch einmal besonders aufregend: Das Sonnensegel, das für die Energieversorgung im Orbit nötig ist, fährt erst mit Verzögerung aus. Wörner atmet tief durch. Jedes Mal stehen Millionen auf dem Spiel, wenn eine Rakete von Kourou in Französisch-Guyana abhebt.

Entsprechend sorgfältig hat die Europäische Union den Standort ihres Tors zum All gewählt. Im äußersten Nordosten Südamerikas, oberhalb von Brasilien, liegt das 750 Quadratkilometer große Gelände.

Hier, wo Urubu-Geier über dampfenden Mangroven-Wäldern kreisen, liegt Frankreich nur wenige Hundert Kilometer vom Äquator entfernt. Tropenstürme sind nicht zu fürchten und in Abschussrichtung erstrecken sich tausende Kilometer menschenleerer Ozean.

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