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26.05.2017

11:39 Uhr

Seriös und unattraktiv

Hässliche Forscher wirken kompetenter

VonJan Dönges
Quelle:Spektrum.de

Normalerweise werden attraktive Menschen als kompetenter und sympathischer wahrgenommen. In der Wissenschaft ist Schönheit aber offenbar nicht nur ein Vorteil, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Das Klischee, wonach es schöne Menschen leichter haben, scheint für Forscher nur bedingt zu gelten.

Sonderfall Forschung

Das Klischee, wonach es schöne Menschen leichter haben, scheint für Forscher nur bedingt zu gelten.

HeidelbergIn vielen Lebensbereichen haben attraktive Menschen einen „Startvorteil“, sie werden häufig als kompetenter und sympathischer wahrgenommen. Für die Welt der Forschung scheint das aber nur bedingt zu gelten: Hier verlieren schöne Forscherinnen und Forscher auf Grund ihres Aussehens sogar eher. Andererseits erwartet man von ihnen aber interessantere Ergebnisse.

Das zeigt eine Studie, bei der mehr als 750 Freiwillige die Porträtfotos von 200 real existierenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bewerten sollten. Die eine Gruppe sollte allgemeine Eigenschaften wie Attraktivität, Intelligenz oder Geselligkeit am Gesicht ablesen. Eine andere Gruppe musste angeben, wie gern sie mehr über die Forschung des oder der Einzelnen erfahren würde.

Wie das Team um William Skylark von der University of Cambridge im Fachmagazin PNAS berichtet, gab es einen klaren Zusammenhang: Wen die einen als attraktiv und gesellig wahrnahmen, von dem erwarteten die anderen die interessanteren Forschungsergebnisse. Als kompetenter wurde dagegen eingeschätzt, wer in diesen beiden Kategorien eher schlecht abschnitt. Andere Kategorien – wie Alter, Geschlecht oder ethnische Herkunft spielten nur eine sehr untergeordnete Rolle.

Sozial unbeholfen und unattraktiv – dieses Klischee des Wissenschaftlers scheint in den Köpfen der Befragten so sehr verankert zu sein, dass es die sonst so verbreitete Assoziation zwischen Attraktivität und Befähigung außer Kraft setzt oder zumindest abmildert. Aber wirkt sich dies auch auf die tatsächlichen Entscheidungen der Menschen im Alltag aus?

Um dieser Frage nachzugehen, simulierte das Forscherteam in einem zweiten Experiment eine Situation, in der die Versuchsteilnehmer zwischen Wissenschaftsnachrichten wählen konnten. Ein und dieselbe News wurde mit den Porträtfotos von Forscherinnen und Forschern aus Versuch eins kombiniert. Wo würden die Menschen klicken?

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