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23.01.2017

16:16 Uhr

SmallGEO vor dem Start

Satellitentechnik – Made in Germany

Erstmals seit Jahrzehnten startet wieder ein in Deutschland gebauter Telekommunikationssatellit ins All. Mit der neuen Satellitenplattform SmallGEO will das Bremer Unternehmen OHB einen neuen Markt erschließen.

Mitarbeiter des Bremer Satellitenbauers OHB bei der Prüfung eines Telekommunikationssatelliten. dpa

Telekommunikationssatellit aus Deutschland

Mitarbeiter des Bremer Satellitenbauers OHB bei der Prüfung eines Telekommunikationssatelliten.

Kourou/BremenWenn die Sojus-Rakete auf ihrem Feuerstrahl ins All gelangt ist und ihre High-Tech-Fracht erfolgreich ausgesetzt hat, dürfte Andreas Lindenthal ein ziemlich großer Stein vom Herzen fallen. „Die Nervosität steigt“, sagt das Vorstandsmitglied des Bremer Satellitenbauers OHB bei der Vorstellung der neuen Satellitenplattform SmallGEO am Montag.

Hoffnungsvoll blickt Lindenthal auf die Nacht zum kommenden Samstag (28. Januar). Dann soll vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana eine Trägerrakete mit dem ersten Satelliten aus der Baureihe SmallGEO starten, mit der die deutsche Industrie verlorenes Terrain im Weltraummarkt zurückerobern will.

Seit rund 25 Jahren ist in Deutschland kein Telekommunikationssatellit mehr gebaut worden. „Wir waren da schon mal gut unterwegs, haben das aber ein bisschen verloren“, sagt Gerd Gruppe, Vorstandsmitglied beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Die neue Satellitenplattform SmallGEO ist für das Bremer Unternehmen OHB, das bislang Satelliten mit niedrigeren Flughöhen baute, ein Sprung in eine andere Liga. „Der Kommunikationsmarkt ist der größte Satellitenmarkt, das heißt der umkämpfteste“, sagt Lindenthal. Dort tummeln sich Schwergewichte wie Boeing in den USA sowie Thales Alenia Space und die Airbus-Raumfahrtsparte, die Satelliten in Frankreich bauen.

SmallGEO entstand unter einem Programm zur Technologieförderung der Europäischen Raumfahrtagentur Esa. Rund zehn Jahre lang hat OHB daran gearbeitet. Der erste Satellit, der auf der Plattform SmallGEO basiert und nun ins All geschickt wird, heißt „Hispasat 36W-1“. Er wurde als öffentlich-private Partnerschaft mit dem spanischen Satellitenbetreiber Hispasat gebaut.

„Es ist der größte Satellit, den OHB jemals gebaut hat“, sagt Lindenthal und beziffert die Kosten inklusive der Nutzlast mit rund 400 Millionen Euro. Insgesamt sind für die Entwicklung und den Bau von SmallGEO nach DLR-Angaben mehr als 300 Millionen Euro öffentliche Förderung geflossen, Deutschland steuerte rund 150 Millionen Euro bei.

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