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20.10.2011

13:45 Uhr

Sojus-Start abgesagt

Galileo bleibt vorerst am Boden

Der für den heutigen Donnerstag geplante Start der ersten beiden Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo ist kurzfristig abgesagt worden. Hintergrund sind offenbar Probleme mit der Trägerrakete.

Die Sojus-Rakete mit zwei Galileo-Satelliten an Bord bleibt vorerst am Boden. dapd

Die Sojus-Rakete mit zwei Galileo-Satelliten an Bord bleibt vorerst am Boden.

Kourou/BerlinDer für Donnerstagmittag geplante Start der russischen Sojus-Rakete mit zwei Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo ist verschoben worden. Grund seien Probleme beim Betanken der Rakete auf dem Weltraumbahnhof Kourou Französisch-Guayana, so ESA-Direktor Thomas Reiter.

Ob der Start am Freitag erfolge, sei noch nicht sicher, sagte Reiter am Donnerstag im DLR-Kontrollzentrum Oberpfaffenhofen. Er habe aber keinen Zweifel, dass es demnächst klappt.

Der DLR-Vorstandsvorsitzende Johann-Dietrich Wörner sagte: „Wir starten dann, wenn alle Sensoren sagen, es ist in Ordnung.“ Die EU-Kommission hatte zuvor gemeldet, der Start sei auf Freitag um 12.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit verschoben worden.

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Mit gehöriger Verspätung bringt Europa sein Satellitennavigationssystem Galileo auf den Weg. Es verspricht genauere Positionsbestimmungen als etwa der US-Konkurrent GPS. Doch die Präzision hat ihren Preis.

Am Donnerstagmorgenorgen hätten alle Signale zunächst auf Grün gestanden, es war bereits mit dem Betanken der Sojus-Rakete begonnen worden. Die Sojus hätte um 12.34 Uhr deutscher Zeit (7.34 Uhr Ortszeit) mit den beiden ersten Satelliten des europäischen Weltraumnavigationssystems Galileo abheben sollen. Damit wäre zum ersten Mal eine russische Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou gestartet.

Das Galileo-System soll die europäische Eigenständigkeit unterstreichen und die Vormacht des US-amerikanischen GPS (Global Positioning System) brechen. Galileo soll viel präziser arbeiten und weltweit metergenaue Positionsbestimmungen möglich machen.

Immer wieder haben aber massive Verzögerungen im Zeitplan und Kostensteigerungen Galileo in die Kritik gebracht. Eigentlich war der Betrieb für 2008 geplant. Nun soll es endgültig 2014 losgehen. Bis dahin sollen 18 von insgesamt 30 geplanten Satelliten im All sein.

Mit den Sojus-Trägerraketen erweitert Europa, das bisher nur über die schweren Ariane-Raketen verfügt, sein Angebot um den mittleren Nutzlastbereich. Russland erhofft sich mit dem dritten Startplatz nach Baikonur in Kasachstan und im nordrussischen Plessezk die Marktführerschaft bei Satelliten mit einem Gewicht bis zu drei Tonnen.

 

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