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21.05.2012

10:36 Uhr

Solarteleskop Gregor

Europas Hightech-Auge für den Blick zur Sonne

Teneriffa ist nicht nur für Urlauber ein Paradies, auch Astronomen schätzen die klare Luft über der Ferieninsel. Mit einem neuen Hightech-Teleskop wollen sie von Teneriffas höchstem Gipfel aus die Sonne erforschen.

"Gregor" verspricht Aufnahmen der Sonne von bislang unerreichter Qualität und Auflösung. dpa

"Gregor" verspricht Aufnahmen der Sonne von bislang unerreichter Qualität und Auflösung.

TeneriffaDer Freiburger Wissenschaftler Reiner Volkmer und seine Kollegen sind beruflich Sonnenhungrige. Sie erforschen schon seit vielen Jahren die Sonne. Um einen besseren Blick auf unser Zentralgestirn zu bekommen, setzen sie nun auf „Gregor“, das größte Sonnenteleskop Europas. Es geht am heutigen Montag auf Spaniens höchstem Berg, dem Teide auf Teneriffa, in Betrieb und soll vor allem die Wirkung der Sonne auf die Erde erforschen.

„Die Sonne ist der Prototyp aller Sterne“, sagt der 52 Jahre alte Volkmer, der Sonnenphysiker und als Projektleiter verantwortlich ist für das neue Sonnenteleskop. „Wenn wir die Sonne verstehen, verstehen wir auch andere Sterne.“

Das Problem: Mit den herkömmlichen Fernrohren konnten die Forscher die Sonne zwar einigermaßen beobachten. Bis zu ihrem Kern vordingen konnten sie aber nicht. Denn die Spiegel der Teleskope erwärmen sich, bei grellem Licht versagen sie. Zudem wird die Sicht zur Sonne durch aufsteigende warme Luft behindert.

Das Mega-Fernrohr mit seinem 1,5 Meter großen Hauptspiegel  soll Abhilfe bringen. Es verspricht Aufnahmen der Sonne von bislang unerreichter Qualität und Auflösung. Dies ist möglich, weil das aus dem glaskeramischen Stoff Zerodur bestehende Teleskop ständig gekühlt wird und die Meereswinde der Kanareninsel Teneriffa dafür sorgen, dass störende Luftschichten weggeblasen werden.

Das Superteleskop kann nicht nur bei gleißendem Sonnenlicht eingesetzt werden. Es ist auch nachts in der Lage, nach „Sonnen-Zwillingen“ im Universum zu suchen.  Nach Auskunft der US-Weltraumbehörde Nasa ist es das drittgrößte Sonnenteleskop der Welt. Mit Hilfe „Gregors“ könnten Wissenschaftler künftig sogar kleinräumige, physikalische Prozesse auf der Sonne untersuchen, die sich bis hinab in 70 Kilometer Tiefe abspielen.

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