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20.01.2005

08:55 Uhr

Forschung + Medizin

Sonne, Mond und Sterne im Februar

Der majestätische Ringplanet Saturn ist im Februar fast die ganze Nacht am Firmament vertreten. Er zählt zu den hellsten Gestirnen am Nachthimmel und wird nur noch vom Fixstern Sirius im Großen Hund und dem etwas später aufgehenden Riesenplaneten Jupiter an Helligkeit übertroffen.

Sternenhimmel

Der Himmel über der Havel in Berlin mit dem Lichtschweif eines startenden Flugzeugs (Archivbild).

dpa HAMBURG. Der majestätische Ringplanet Saturn ist im Februar fast die ganze Nacht am Firmament vertreten. Er zählt zu den hellsten Gestirnen am Nachthimmel und wird nur noch vom Fixstern Sirius im Großen Hund und dem etwas später aufgehenden Riesenplaneten Jupiter an Helligkeit übertroffen.

Saturn wandert gemächlich durch das Sternbild Zwillinge. Er ist deutlich heller als die beiden Zwillingshauptsterne Kastor und Pollux. In den späteren Abendstunden steht der Ringplanet hoch im Süden und ist kaum zu übersehen.

Saturn wird von Titan umkreist, seinem größten Mond von mehr als drei Dutzend. Mit 5 150 Kilometern Durchmesser ist Titan der zweitgrößte Mond im Sonnensystem und wird nur noch vom Jupitermond Ganymed ein wenig übertroffen. Mitte Januar 2005 drang die europäische Raumsonde Huygens in die dichte Atmosphäre von Titan ein und sandte außer hochinteressanten Messdaten faszinierende Bilder zur Erde. Mit bloßem Auge ist Titan nicht zu sehen. Aber in einem lichtstarken Fernglas oder kleinen Teleskop kann man ihn erkennen.

Jupiter im Sternbild Jungfrau taucht nun immer früher am Sternenhimmel auf. Anfang Februar geht der Riesenplanet eine knappe Stunde vor Mitternacht auf, zu Monatsende erscheint er schon gegen 21.30 Uhr tief im Südosten. Am 27. Februar wandert der abnehmende Mond zwischen dem Jungfrau-Hauptstern Spica und Jupiter hindurch. Nach dem Mond ist Jupiter das hellste Gestirn am Nachthimmel.

Mars erscheint am Morgenhimmel. Zu Monatsbeginn tritt der Rote Planet in das Sternbild Schütze. Seine Helligkeit nimmt leicht zu. Am Monatsende zählt er fast zu den Gestirnen erster Größenklasse. Etwa eine halbe Stunde vor Dämmerungsbeginn kann man Mars am Morgenhimmel tief im Südosten ausmachen.

Zur Monatsmitte überholt der flinke Merkur die Sonne. Von uns aus gesehen befindet er sich dann hinter der Sonne. Bis Monatsende ist sein östlicher Winkelabstand von der Sonne so weit angewachsen, dass Merkur unter sehr günstigen Sichtbedingungen am Abendhimmel aufgefunden werden kann. Anfang März bietet Merkur dann eine passable Abendsichtbarkeit.

Neumond ist am 8. Februar um 23.28 Uhr, wobei der Mond nur einen Tag vorher in Erdnähe steht. Seine Distanz beträgt dann nur 358 570 Kilometer, während ihn in Erdferne am 20. Februar 405 800 Kilometer von uns trennen. Das Zusammenfallen von Neumond und Erdnähe führt wieder einmal zu besonders starken Gezeiten mit Springfluten. Vollmond ist am 24. Februar um exakt 5.54 Uhr im Sternbild Löwe.

Am 4. Februar bedeckt die Südspitze des Monds in den Morgenstunden kurz nach 5.00 Uhr Antares, den hellen, tiefroten Hauptstern des Skorpion. Wegen der relativen Nähe des Mondes sind die genauen Zeiten ortsabhängig. Es kommt auch nicht überall zu einer Bedeckung. In Hamburg und Düsseldorf schrammt der Mond knapp an Antares vorbei, während er in Dresden, München, Nürnberg, Stuttgart und Wien diesen roten Riesenstern für kurze Zeit bedeckt.

Nach wie vor beherrschen die Winterbilder den abendlichen Fixsternhimmel. Allerdings hat sich die Szenerie nach Westen verschoben. So hat der Himmelsjäger Orion gegen 22.00 Uhr die Mittagslinie bereits durchschritten. Sein rötlicher Schulterstern Beteigeuze und sein bläulicher Fußstern Rigel sind selbst am aufgehellten Stadthimmel gut zu erkennen, ebenso die drei in einer Linie stehenden Gürtelsterne. Nur unter guten Sichtbedingungen ist hingegen der große Orionnebel unterhalb der drei Gürtelsterne auszumachen. Dieses Sternentstehungsnest wirkt besonders eindrucksvoll in einem lichtstarken Fernglas. Dann sieht man in den bläulich leuchtenden Gaswolken helle, blau-weiß strahlende, junge Sterne.

Ebenfalls gute Sichtbedingungen weit ab irdischer Lichtquellen sind erforderlich, um den Kometen Machholz noch mit freiem Auge zu sehen. Mindestens eine Viertelstunde dauert es, bis sich das Auge an die Dunkelheit angepasst hat und auch lichtschwache Objekte erkennen kann. Im Fernglas ist Komet Machholz jedoch relativ leicht auszumachen. Er wandert zwischen dem Himmels-W, dem Sternbild Kassiopeia, und dem Sternbild Giraffe nach Norden. Damit wird er für unsere Breiten zirkumpolar und ist somit die gesamte Nacht hindurch beobachtbar. Die ersten zehn Tage im Februar sind besonders günstig, um Machholz zu sehen, da kein Mondlicht stört. Entdeckt wurde Komet Machholz vom kalifornischen Amateurastronomen Don Machholz im August 2004. Es war der zehnte Schweifstern, den der Kometenjäger aufspürte.

Die Sonne wandert durch das Sternbild Steinbock und wechselt am 16. Februar in das Sternbild Wassermann. Am 18. Februar tritt sie in das Tierkreiszeichen Fische, das nicht mit dem gleichnamigen Sternbild zu verwechseln ist. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt im

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