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27.10.2011

11:50 Uhr

Sonnensystem

Forscher vermessen Plutos Zwillingsschwester

Quelle:Spektrum.de

Vor wenigen Jahren wurde Pluto offiziell zum Zwergplaneten zurückgestuft – unter anderem, weil ähnlich große Himmelskörper in seiner Nachbarschaft vermutet wurden. Einen davon haben sich Forscher nun genauer angesehen.

Die Nasa-Illustration zeigt den Zwergplaneten Eris im Kuipergürtel. In dieser fernen Region unseres Sonnensystems haben Wissenschaftler bereits mehr als tausend Objekte aufgespürt. Painting by A.Schaller for STScINasa

Die Nasa-Illustration zeigt den Zwergplaneten Eris im Kuipergürtel. In dieser fernen Region unseres Sonnensystems haben Wissenschaftler bereits mehr als tausend Objekte aufgespürt.

HeidelbergAls der Zwergplanet Eris im November 2010 von der Erde aus betrachtet vor einem Stern entlanglief, verfolgten zahlreiche Teleskope das Geschehen. Aus diesen Daten bestimmten Bruno Sicardy von der Université Pierre et Marie Curie und seine Kollegen nun die Größe und andere Eigenschaften von Eris so genau wie nie zuvor.

Die Forscher bestätigen dem nach der griechischen Göttin der Zwietracht benannten Zwergplaneten eine kugelförmige Gestalt mit einem Radius von 1163 Kilometern, wobei sie nur mit Abweichungen von sechs Kilometern rechnen. Bei früheren Messungen lag der mögliche Fehler noch bei mehr als hundert Kilometern. Plutos Radius schätzen Astronomen dagegen auf rund 1150 bis 1200 Kilometer – seine Atmosphäre verhindert, die Oberfläche genau zu vermessen.

Die neue Analyse zeigt außerdem, dass Eris derzeit keine Atmosphäre besitzt und dass seine Oberfläche überraschend viel Licht reflektiert. Letzteres sei untypisch für Objekte in dieser Region des Sonnensystems, da sie durch äußere Einflüsse wie etwa kosmische Strahlung eine eher dunkle Farbe aufweisen sollten.

Auflösen könnte den Widerspruch eine seit geraumer Zeit bekannte Theorie: Befindet sich ein Himmelskörper auf einer stark exzentrischen Bahn – wie es bei Eris der Fall ist – und nähert er sich der Sonne, verdampft das Eis auf ihm und bildet eine Atmosphäre. Entfernt er sich wieder, kondensiert das Gas und schlägt sich auf der Oberfläche nieder.

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