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23.06.2014

11:02 Uhr

Sonnensystem

Wellen auf Saturnmond Titan

Auch auf dem Titan gibt es Seen und Meere. Auf dem zum Planeten Saturn gehörenden Mond schwappt darin aber nicht Wasser, sondern Methan. Jetzt konnten Forscher sogar erstmals Wellen ausmachen.

Das Ligeia Mare (dunkle Fläche), eines der Meere aus flüssigem Methan auf dem Saturnmond Titan. dpa

Das Ligeia Mare (dunkle Fläche), eines der Meere aus flüssigem Methan auf dem Saturnmond Titan.

Ithaca/LondonAuf dem Nordmeer des Saturnmonds Titan hat die Raumsonde „Cassini“ Anzeichen für Wellenbewegung erspäht. Dies seien die ersten Hinweise auf aktive Oberflächenprozesse im Norden des Mondes nach dem Beginn des Sommers dort, berichtet ein Team um Jason Hofgartner von der Cornell-Universität in Ithaca (US-Bundesstaat New York) im britischen Fachblatt "Nature Geoscience". Möglicherweise zeigt das Nordmeer auf Titan ähnliche jahreszeitliche Phänomene wie Seen auf der Erde.

Saturns größter Mond Titan ist neben der Erde das einzige Objekt im Sonnensystem mit einem Flüssigkeitskreislauf. Allerdings schwappt statt Wasser flüssiges Methan in den Seen und Meeren auf Titan.

Die US-europäische Raumsonde „Cassini“ hatte auf der Südhalbkugel und am Äquator des Mondes Oberflächenveränderungen wie wandernde Küstenlinien beobachtet. Im Norden von Titan, wo bis 2009 Winter herrschte, fehlten solche Nachweise bislang. 2017 wird auf der Nordhalbkugel von Titan Hochsommer sein.

Auf „Cassini“-Radaraufnahmen von Titans Nordmeer, Ligeia Mare aus dem Juli 2013 stießen die Forscher um Hofgartner nun auf helle Merkmale, die auf älteren und neueren Bildern nicht zu sehen sind. Sie könnten von Wellen stammen, da mit wärmeren Temperaturen auch die Windgeschwindigkeiten zunehmen dürften, schreiben die Forscher.

Andere Erklärungen seien aufsteigende Gasblasen oder schwimmende Objekte aus Verbindungen wie Polyethin. Diesen könnten im Winter im Nordmeer eingefroren gewesen sein und mit den wärmeren Temperaturen nun auftauchen. Insgesamt legen die Phänomene nach Einschätzung der Forscher nahe, dass die Meere auf Titan durch die Jahreszeiten ähnlichen Änderungen unterworfen sind wie Seen auf der Erde.

Von

dpa

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