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08.07.2011

17:51 Uhr

Space Shuttle

Atlantis auf der letzten Reise ins Weltall

Es ist getan: Die US-Raumfähre „Atlantis“ ist ins Weltall gestartet. Mit dem Flug des letzten Space Shuttles durch die dunklen Wolken über Cape Canaveral endet eine Ära.

Das Space Shuttle Atlantis ist abgehoben. Quelle: dapd

Das Space Shuttle Atlantis ist abgehoben.

Cape CanaveralEs ist das Ende eines Zeitalters: Die US-Raumfähre „Atlantis“ ist als letzter Space Shuttle ins Weltall gestartet. Der Orbiter hob am Freitag trotz Wolken am Himmel um 17.29 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumbahnhof in Cape Canaveral (Florida) ab. Kurz vor dem geplanten Start um 17.26 war der Countdown aus technischen Gründen kurz unterbrochen worden. Hunderttausende Schaulustige in der Region um das Kennedy Space Center wurden Zeugen des historischen Starts.

Die zwölftägige Mission zur Internationalen Raumstation ISS beendet vorerst die Ära der bemannten Raumfahrt in den USA. Der Starttermin stand bis zuletzt wegen des Regenwetters infrage, pünktlich zum Abflug jedoch klarte der Himmel ausreichend auf.

Ziel der 135. und abschließenden Shuttle-Mission ist es, einen Jahresvorrat von mehr als 3,8 Tonnen an Proviant, Ausrüstung und Ersatzteilen zur ISS zu bringen. Zudem plant die vierköpfige Crew um Kommandant Chris Ferguson einige Experimente.

Nach der „Atlantis“-Rückkehr, die für den 20. Juli vorgesehen ist, haben die USA für bislang nicht absehbare Zeit keine Fluggeräte mehr, um ihre Astronauten ins All zu bringen. Die Raumfahrtbehörde Nasa ist dann für Reisen zur ISS auf Mitfluggelegenheiten in russischen „Sojus“-Kapseln angewiesen.

Viele Zuschauer waren um den halben Globus gereist, um dem Abschied von den Ikonen der bemannten Raumfahrt beiwohnen zu können. Zahlreiche Fernsehsender in der Welt zeigten die Bilder vom Start live.

Aus Sicht der Nasa sind die Shuttles inzwischen zu teuer und zu alt. Die US-Raumfahrtbehörde will sie langfristig durch Raumschiffe ersetzen, die unter anderem über eine größere Reichweite verfügen. Bis dahin sollen amerikanische Astronauten von
russischen Sojus-Raketen zur ISS gebracht werden.

Der letzte Start eines amerikanischen Space Shuttle hatte bis zum Schluss für Hochspannung gesorgt. Selbst wenige Stunden vor dem geplanten Abflug der Raumfähre „Atlantis“ am Freitag war ungewiss, ob das Wetter rund um den Weltraumbahnhof Cape
Canaveral in Florida die Mission noch stoppen würde. „Wir werden es heute versuchen“, hatte der Startdirektor der US-Raumfahrtbehörde Nasa, Mike Leinbach, nach einer Beratung mit seinem Team am Vormittag
(Ortszeit) noch gesagt.

Rund eine Stunde vor dem Start meldete die Nasa schließlich „grüne“ Wetterkonditionen, offiziell jedoch lag Risiko für einen Abbruch des Countdowns vor der geplanten Startzeit um 17.26 Uhr deutscher Zeit
weiterhin bei 70 Prozent.

Von

dpa

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