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03.11.2014

12:14 Uhr

Spaceship-Absturz

Bremssystem vorzeitig aktiviert

Es sollte Touristen in den Weltraum und zurück bringen: Das kommerzielle Raumflugzeug „SpaceShipTwo“ war am Freitag abgestürzt, der Kopilot kam dabei ums Leben. Nun gibt es erste Hinweise zu den Ursachen des Absturzes.

Spaceship Two

Testflug: Raumflieger stürzt in der Wüste ab

Spaceship Two: Testflug: Raumflieger stürzt in der Wüste ab

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MojaveNach dem Absturz des kommerziellen Raumflugzeugs „SpaceShipTwo“ in den USA gibt es einen ersten Hinweis: Ein Bremssystem sei vorzeitig ausgelöst worden und das Fahrzeug auseinandergebrochen, teilte die US-Verkehrsbehörde NTSB am Sonntag (Ortszeit) mit.

Mit dem Spaceship will die Firma Virgin Galactic künftig einmal Touristen gegen Geld in den Weltraum und zurück bringen. Der Prototyp war am Freitag bei einem Testflug über der kalifornischen Mojave-Wüste abgestürzt. Der Kopilot kam ums Leben, der Pilot sprang mit dem Fallschirm ab und liegt verletzt im Krankenhaus.

Virgin Galactic und der Raumfahrttourismus

Eigentümer

Virgin Galactic ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Bransons Konzern Virgin Group, der zuletzt auch immer wieder in der Formel 1 aktiv war, und einer Investmentfirma aus den Vereinigten Arabischen Emiraten namens Aabar Investments. Aabar hat nach eigenen Angaben 280 Millionen Dollar für einen Anteil von 32 Prozent am Unternehmen gezahlt. Im Gegenzug wurde Abu Dhabi ein Start von Touristen- und Forschungsraumflügen aus den Emiraten in Aussicht gestellt.

Große Träume

Branson und Virgin Galactic haben wiederholt ihre ambitionierten Ziele kundgetan, das private Raumfahrtzeitalter einzuläuten - auch wenn es häufiger Verzögerungen in der Entwicklung und bei Raketentests gab. Schon 2008 hatte Branson versprochen, dass der Jungfernflug innerhalb von 18 Monaten stattfinden würde. In Interviews im vergangenen Monat kündigte er an, dass der erste Raumflug noch vor Weihnachten abheben könne. Er und sein Sohn würden hoffen, am ersten Passagierflug vielleicht schon im März teilnehmen zu können. Dieses Ziel erscheint nach dem Unfall vom Freitag mehr als unwahrscheinlich.

Umfangreiche Tests

Das Raumschiff wurde gebaut von Scaled Composites, einer Firma des berühmten Raumfahrtdesigners Burt Rutan. Nach Angaben von Virgin Galactic war der fatale Test am Freitag der 55. Flug von „SpaceShipTwo“. Das Trägerflugzeug „WhiteKnightTwo“, das das Raumschiff auf eine Höhe von mehreren Kilometern bringen sollte, war insgesamt sogar 173 Mal gestartet. Nach Unternehmensangaben waren die etlichen Tests und die lange Entwicklungszeit notwendig, um eine maximale Sicherheit zu gewährleisten. „Die Kunden warten eifrig darauf, zu fliegen, aber sie wissen, dass wir erst fliegen werden, wenn wir bereit sein“, sagte Geschäftsführer George Whitesides im September.

Buchungen

Ein Flug ins Weltall soll bei Virgin Galactic 250 000 Dollar kosten. Das Unternehmen hatte im Oktober mitgeteilt, dass rund 700 Passagiere mehr als 80 Millionen Dollar hinterlegt hätten. Der Konzern hofft, möglicherweise auch Festverbindungen zu fliegen, wie es gewöhnliche Fluglinien tun, beispielsweise von New York nach Australien - mit der Ausnahme, dass diese Reise nur 40 Minuten dauern würde, wie Branson angekündigt hatte.

Prominente

Der extrovertierte Galactic-Gründer Branson zählt mit seinen zotteligen Haaren zu den auffälligsten Unternehmern der Welt. Der 64-Jährige besitzt eine Privatinsel in der Karibik, seine Virgin Group verfügt über Anteile an Firmen im Flugverkehr, in der Unterhaltungsindustrie, in der Telekommunikation und in weiteren Branchen. Die Passagierliste von Virgin Galactic ist gespickt mit Namen wie denjenigen des Schauspielers Ashton Kutcher, des Sängers Justin Bieber und des Physikers Stephen Hawking.

Quelle: AP

NTSB-Sprecher Christopher Hart sagte, die Absturzursache sei noch nicht geklärt - das könnte noch Monate dauern. Viele Aspekte würden untersucht, darunter auch, ob ein Pilotenfehler oder ein technisches Versagen zum Unglück führte.

Doch habe man festgestellt, dass das System zum Abbremsen des Flugzeugs zu früh aktiv gewesen sei. Das „Feathering“ genannte System wurde speziell für das Spaceship konstruiert, um die Geschwindigkeit beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu drosseln. Es wird in zwei Schritten aktiviert: Der Pilot gibt es frei, dann fahren bei einer bestimmten Geschwindigkeit Schwenkarme aus und wirken wie ein Ruder.

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