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21.06.2014

15:44 Uhr

SpaceShipOne

Endlich auf und davon

In der Wüste Kaliforniens schrieb SpaceShipOne vor zehn Jahren Raumfahrt-Geschichte: Das Experimentalflugzeug absolvierte den ersten privaten bemannten Weltraumflug. Doch seitdem kommt die Branche nicht richtig voran.

Vor zehn Jahren startete das erste privat entwickelte und finanzierte Raumfahrzeug SpaceShipOne zu seinem historischen Raumflug. dpa

Vor zehn Jahren startete das erste privat entwickelte und finanzierte Raumfahrzeug SpaceShipOne zu seinem historischen Raumflug.

New YorkAuf den ersten Blick erinnert die Form von SpaceShipOne an einen Fisch mit Flügeln. Dazu ist das Experimentalflugzeug, das heute im Raumfahrt-Museum in Washington ausgestellt ist, mit schwarzen und blauen Punkten und Sternen verziert. Aber so harmlos SpaceShipOne auch aussieht, das Flugzeug mit Raketentriebwerk hat Raumfahrtgeschichte geschrieben: An heutigen Samstag vor zehn Jahren absolvierte es den ersten privaten bemannten Weltraumflug überhaupt.

Tausende Zuschauer, darunter auch der frühere US-Astronaut Buzz Aldrin, verfolgten damals an einem frühen Montagmorgen, wie das Trägerflugzeug „White Knight“ in der Mojave-Wüste im US-Bundesstaat Kalifornien startete. In rund 14 Kilometern Höhe wurde SpaceShipOne ausgeklinkt.

Im Cockpit des Experimentalfliegers saß der in Südafrika geborene Michael „Mike“ Melvill, ein erfahrenere Testpilot. Er zündete das Raketentriebwerk, beschleunigte auf dreifache Schallgeschwindigkeit und brachte SpaceShipOne auf eine Höhe von knapp 110 Kilometern. „Die Welt ist heute Zeuge vom Anbruch einer neuen Raumfahrt-Ära geworden“, jubelt Scaled Composites, die Firma hinter SpaceShipOne danach.

Aber auch wenn Melvill den Flieger sicher landen konnte, war nicht alles glatt gelaufen: Teile der Außenverkleidung verformten sich während des Flugs, die Steuerung wurde dadurch zeitweise schwierig. Außerdem zündete der Raketenantrieb nicht so lange wie geplant, so dass SpaceShipOne nicht so hoch fliegen konnte wie ursprünglich gedacht. Aber: Die bei 100 Kilometern liegende Weltraumgrenze war überschritten und der historische Flug damit geschafft.

Und weil das dem Experimentalflugzeug wenige Monate später gleich noch zweimal kurz hintereinander gelang, gab es Geld. Zehn Millionen Dollar hatte die US-amerikanische X-Prize-Stiftung demjenigen versprochen, der ein bemanntes Fluggerät innerhalb von 14 Tagen zweimal über die 100-Kilometer-Marke bringt. Der US-Luftfahrtingenieur und Scaled Composites-Gründer Burt Rutan hatte sich daraufhin mit finanzieller Hilfe von Microsoft-Mitgründer Paul Allen an die Arbeit gemacht und war nun am Ziel.

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