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20.01.2005

10:55 Uhr

Forschung + Medizin

Spermien orientieren sich durch Riechen

Riechen spielt schon bei der Entstehung des menschlichen Lebens eine entscheidende Rolle: Die Spermien orientieren sich bei ihrem Weg zur Gebärmutter durch Riechen. Das hat der Physiologe Prof. Hanns Hatt (57) von der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden.

dpa MÜNCHEN. Riechen spielt schon bei der Entstehung des menschlichen Lebens eine entscheidende Rolle: Die Spermien orientieren sich bei ihrem Weg zur Gebärmutter durch Riechen. Das hat der Physiologe Prof. Hanns Hatt (57) von der Ruhr-Universität Bochum herausgefunden.

Als erster hatte er auch die menschlichen Riechrezeptoren identifiziert und festgestellt, dass die Menschen sogar mit der Haut riechen können. Für seine Arbeiten erhält er einen der vier mit je 25 000 Euro dotierten Philip Morris Forschungspreise 2005.

Die drei anderen Preise gehen an zwei Wissenschaftlerinnen aus Zürich und einen Forscher aus Berlin, teilte die Philip Morris Stiftung am Donnerstag in München weiter mit. Sie hatten ultraschnelle Laserblitze, Motoren der Nanotechnik und die Hintergründe des weltweiten Terrorismus erforscht. Die Auszeichnungen sollen am 8. Juni 2005 in München überreicht werden. Der seit 1983 jährlich verliehene Philip Morris Forschungspreis gilt in Deutschland als eine der renommiertesten Auszeichnungen für Wissenschaftler.

Die Schweizer Physikerin Prof. Ursula Keller (45) aus Zürich erhält einen Philip Morris Forschungspreis für eine neue Technik zur einfachen Erzeugung extrem schneller Laserblitze. Diese ultrakurzen Blitze von winzigen Sekundenbruchteilen - so genannten Femtosekunden- Laser - werden in der Forschung zur detaillierten Analyse und Steuerung chemischer Reaktionen verwendet. Auch für Operationen an der Hornhaut des Auges werden sie genutzt. Mit der miniaturisierbaren Technik der Schweizer Physikerin eröffneten sich weite technische Anwendungsgebiete, hieß es.

Die aus Tübingen stammende Biophysikerin Prof. Viola Vogel (45), die ebenfalls in Zürich forscht, erhält einen Philip Morris Forschungspreis für die Entwicklung von Lasttransportern für die Nanotechnologie. Diese „Nanoshuttles“ nehmen einzelne Moleküle gezielt auf, bringen sie in winzigen Produktionsanlagen zu einem exakt bestimmten Ort und laden sie zur weiteren Verwendung ab. Als Antrieb dienen biologische Motorproteine. Diese winzigen Transporter bildeten ein Kernelement für die Fabrikation und gezielte Veränderung von Materialien in der Nanotechnologie, hieß es.

Der Politikwissenschaftler Prof. Herfried Münkler (53) von der Berliner Humboldt-Universität erhält einen Philip Morris Forschungspreis für seine wissenschaftliche Arbeiten zum Terrorismus. Nach seiner Analyse ersetzt der Terrorismus im 21. Jahrhundert weitgehend die Kriege als Mittel der politischen Gewalt. Die Überlegungen Münklers flössen bereits in die Politikberatung und in die Terrorismusbekämpfung ein, hieß es.

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