Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2009

15:13 Uhr

Statistik

Müsli macht keine Männer

VonDaniel Lingenhöhl
Quelle:Spektrum.de

Frauen, die auf männlichen Nachwuchs hoffen, können die Müsli-Schachtel wieder in den Schrank stellen: Eine Studie über den Einfluss von Frühstücksgewohnheiten auf das Geschlecht des Nachwuchs hat sich jetzt als falsch erwiesen.

Was zum Frühstück auf den Tisch kommt, entscheidet nicht über das Geschlecht des Nachwuchses. Foto: dpa gms

Was zum Frühstück auf den Tisch kommt, entscheidet nicht über das Geschlecht des Nachwuchses. Foto: dpa

HEIDELBERG. Frauen, die Müsli zum Start in den Tag verzehren, erhöhen wohl doch nicht die Chancen auf die Geburt eines Knaben. Stanley Young vom National Institute of Statistical Sciences und seine Kollegen haben jetzt eine Aufsehen erregende Studie vom April 2008 genauer unter die Lupe genommen. Darin war ein Zusammenhang festgestellt worden zwischen dem morgendlichen Verzehr von Körnern und andere Getreideprodukten und der Wahrscheinlichkeit, einen Jungen zu gebären.

Der Zusammenhang war allerdings ein rein statistischer und beruhte auf einer Befragung von rund 700 Müttern in einem südenglischen Krankenhaus bezüglich ihrer Ernährungsgewohnheiten. Insgesamt wurden 132 unterschiedliche Lebensmittel je zweimal statistisch getestet, weshalb insgesamt 264 Testdurchläufe stattfanden - genug, damit ein statistisch relevantes, aber zufälliges Ergebnis erreicht wird, meint nun Youngs Team.

Sie rechneten die Daten der vorherigen Untersuchung von Fiona Mathews von der University of Exeter nochmals durch. Dabei erhielten sie 13 falsch positive Ergebnisse, also Resultate, die einen hohen statistischen Zusammenhang vortäuschen, den es in der Realität nicht gibt.

Young geht davon aus, dass das nun angezweifelte Ergebnis zustande kam, weil die Wissenschaftler seinerzeit eine entsprechende statistische Korrektur versäumten. Genauso falsch positive Ergebnisse hätten sich auch ergeben können, wenn die Forscher die Salzzufuhr oder den Bananenverzehr untersucht hätten, so der Mathematiker.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×