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20.11.2013

10:03 Uhr

Statt Ausgrabungen

Dino-Knochen aus dem 3D-Drucker

Versteinerte Dinosaurier-Knochen müssen für Untersuchungen nicht mehr aufwendig freigelegt werden. Dank Computertomographie und 3D-Drucker lassen sich relativ schnell genaue Kopien anfertigen.

Die versteinerten Zähne eines fleischfressenden Nanotyrannus-Sauriers: Bald könnten Fossilien nach einem Scan nachgedruckt werden. dpa

Die versteinerten Zähne eines fleischfressenden Nanotyrannus-Sauriers: Bald könnten Fossilien nach einem Scan nachgedruckt werden.

BerlinDino-Wirbel aus dem 3D-Drucker: Berliner Forscher haben einen Dinosaurier-Knochen aus einem Fossil nachgebildet, ohne die Versteinerung vorher aufwendig präparieren zu müssen.

Die Knochen-Kopie gelang nach einer Computertomographie, mit deren Daten ein 3D-Drucker gefüttert wurde, wie Ahi Sema Issever vom Institut für Radiologie an der Berliner Charité erläuterte. „Wir können einen Knochen im Gestein sehen und nachbilden, ohne das Fossil überhaupt anzufassen. Das Elegante ist, dass wir nichts zerstört haben.“ Über die „virtuelle Präparation“ berichtete die Forscherin in der US-Fachzeitschrift „Radiology“.
Für das Freilegen von Knochen aus den Sedimenten bräuchten Präparatoren normalerweise Wochen oder Monate. Außerdem bestehe immer die Gefahr, Bereiche des Original-Knochens zu zerstören, sagte die Expertin. Die Computertomographie erlaube es, den Knochen im Sediment genau zu erkennen. Der 3D-Drucker könne relativ kostengünstig eine Kopie aus Kunststoff anfertigen.

Anlass für die Knochen-Kopie war eine Anfrage aus dem Berliner Naturkundemuseum. Dort gerieten nach einer Bombenexplosion im Zweiten Weltkrieg Präparate von Grabungen aus Afrika und Deutschland durcheinander. Bis heute ist die Herkunft verschiedener Funde nicht geklärt.

„Um zu verstehen, was zu welcher Grabung gehört, müssten wir jedes einzelne Objekt öffnen“, sagte der Dinosaurier-Forscher und Gastwissenschaftler am Naturkundemuseum, Oliver Wings. Die CT-Technik sei für Paläontologen unglaublich hilfreich. Das untersuchte Knochen-Fossil habe sich als ein vor über 80 Jahren geborgener Wirbel eines etwa 210 Millionen Jahren alten Plateosaurus aus Halberstadt in Sachsen-Anhalt erwiesen.

Die Arbeit mit Computertomographen sei unter Paläontologen schon verbreitet. Die Berliner Forscher gehörten aber zu den ersten, die die Daten unpräparierter Knochen für einen 3D-Druck genutzt hätten. „In Zukunft werden 3D-Drucke zum Standard“, ist Wings überzeugt.

Von

dpa

Kommentare (1)

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20.11.2013, 10:54 Uhr

"Dort gerieten nach einer Bombenexplosion im Zweiten Weltkrieg Präparate von Grabungen aus Afrika und Deutschland durcheinander. Bis heute ist die Herkunft verschiedener Funde nicht geklärt."
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Hier ist die CT und ggf. ein 3D-Druck natürlich sehr hilfreich. Allerdings erreicht ein Kunststoffmodell bei weitem nicht die Faszination eines echten Fossils, das man vor sich sieht und bei dem man die gigantischen Zeiträume regelrecht spürt: Trotz seines Alters strahlt es noch *Leben* aus, wie es kein modelliertes, totes Teil kann.

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