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23.07.2012

10:21 Uhr

Stechmücken

Ein Mückenatlas für Deutschland

Stechmücken können vor allem in nassen Sommern leicht zur Plage werden. Um den lästigen Blutsaugern besser begegnen zu können, planen Potsdamer Forscher einen Mückenatlas – und bitten um Mithilfe.

Forscher wollen die Mückenarten Deutschlands in einem eigenen Atlas erfassen. dpa

Forscher wollen die Mückenarten Deutschlands in einem eigenen Atlas erfassen.

Potsdam/BerlinFangen, einfrieren, abschicken: Im Dienst der Wissenschaft rufen Forscher in Deutschland zur großen Mückenjagd auf. Um neue Arten in Deutschland aufzuspüren und zu bestimmen, wollen sie einen bundesweiten „Mückenatlas“ zusammentragen. Fundstellen und Arten werden dabei auch online in eine Deutschlandkarte eingetragen. Denn im Zuge des Klimawandels überleben inzwischen auch Arten aus dem Mittelmeerraum in unseren Breiten.

Wer zum Mückenatlas beitragen will, muss nur einige Regeln beachten: „Wir benötigen ausschließlich Stechmücken. Sie sollten nicht zerquetscht, sondern möglichst unversehrt gefangen werden“, sagt Ina Pokorny vom Naturkundemuseum Potsdam. Durch die Schuppen oder Borsten können Forscher die Arten genau identifizieren.

Mücken

Lebensdauer

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Stechmücke beträgt drei bis vier Wochen. Trockenheit und intensive Sonneneinstrahlung können die Lebensdauer verkürzen.

Stechen

Nur weibliche Mücken stechen. Sie benötigen die Proteine im Blut für die Eierproduktion.

Ernährung

Männliche Mücken ernähren sich von süßen Pflanzensäften wie etwa Blütennektar.

Fortpflanzung

Je nach Mückenart legen die Weibchen zwischen 30 und 300 Eier pro Eiablage. Innerhalb von durchschnittlich zehn bis zwölf Tagen wird aus einem Ei eine erwachsene Stechmücke.

Lebensraum

Mücken verbringen ihr Leben in einem Gebiet von wenigen hundert Metern um ein Gewässer herum.

Mücken blieben unversehrt, wenn sie zunächst in einem großen Einmachglas gefangen werden. „Wenn man das Glas dann eine Weile in den Kühlschrank stellt, kann man die Mücken hinterher leicht in ein kleineres Gefäß befördern“, sagt Pokorny. Um das Tier endgültig zu töten, reiche eine Nacht im Gefrierfach.

Danach können sich Mückenjäger ein Mücken-Formular aus dem Internet ausdrucken, ausfüllen und ihren Fund losschicken - adressiert an das Brandenburger Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Portokosten können die Wissenschaftler leider nicht erstatten. Sie bieten aber jedem Mückenjäger einen Service an: Wer im Formular eine E-Mail-Adresse angibt, bekommt die Art mitgeteilt, die er „erlegt“ hat.

Kommentare (1)

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ingenius

24.07.2012, 04:42 Uhr

Vielleicht sollte man den Biologie-Unterricht der Schulen mit dieser Mission beauftragen. So könnte man sehr viel auf diesem Gebiet erreichen und es wäre eine Abwechslung für den Unterricht.

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