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08.01.2012

14:58 Uhr

Stephen Hawking wird 70

Eine kurze Geschichte der Faszination

Gibt es einen Gott oder nicht? Tausende Leser trauen Stephen Hawking die Antwort auf diese Frage zu. Der schwer kranke Astrophysiker übt eine unglaubliche Faszination aus - auch noch mit 70 Jahren.

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking feiert an diesem Sonntag seinen 70. Geburtstag. dapd

Der britische Astrophysiker Stephen Hawking feiert an diesem Sonntag seinen 70. Geburtstag.

LondonWenn Stephen Hawking etwas sagt, dann lauscht die Welt. Seit Jahren kann sich der schwer kranke Astrophysiker nur noch über einen Sprachcomputer mitteilen. Doch für die meisten sind seine Themen ohnehin kaum in Worte zu fassen: Gibt es einen Gott? Warum sind wir Menschen auf der Welt? Ist da noch anderes Leben in den Weiten des Universums - und wenn ja, sollten wir Kontakt aufnehmen? Was auch immer Hawking dazu meint, wird beachtet, diskutiert, beeinflusst die Lebenseinstellung tausender Menschen. Laut Ärzteprognosen sollte der Brite vor vielen Jahren an einer Muskelschwäche gestorben sein - am 8. Januar wird er 70 Jahre alt.

„Ich bin der Ansicht, dass wir alle, nicht nur die theoretischen Physiker, gern wissen wollen, woher wir kommen“, kommentierte Hawking schon 1988 den Erfolg seines Bestsellers „Eine kurze Geschichte der Zeit“ im „Spiegel“. Das Buch, in dem er physikalische Theorien zur Entwicklung des Universum beschreibt, machte ihn weltberühmt.

Seitdem gilt er bei den Massen als eine Art Genie. In Wissenschaftskreisen findet seine Arbeit ebenfalls große Anerkennung, unter anderem hatte er 30 Jahre lang den berühmten Lucasischen Lehrstuhl für Mathematik an der Universität Cambridge inne - und war damit ein Nachfolger Isaac Newtons. Allerdings steht er dort eher als ein besonders Guter unter Vielen.

Hawking-Zitate

Über den Tod

„Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe es aber auch nicht eilig“. (Hawking im Mai 2011 in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Guardian“)

Über die Entstehung des Universums

„Weil es die Gesetze der Schwerkraft gibt, hat sich das Universum aus dem Nichts selbst geschaffen“. (Hawking in seinem Buch „Der große Entwurf“, September 2010)

Über die Existenz von Gott

„Man kann nicht beweisen, dass Gott nicht existiert (...). Aber die Wissenschaft macht Gott überflüssig“. (Hawking im September 2010 in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC)

Über die Stammzellenforschung

„Europa sollte nicht dem reaktionären Beispiel von (US-Präsident George W.) Bush folgen“. (Hawking im Juli 2006 in der britischen Zeitung „The Independent“ wegen Bushs ablehnender Haltung zur Stammzellenforschung)

Über Philosophie

„Ich bin der Ansicht, dass wir alle, nicht nur die theoretischen Physiker, gern wissen wollen, woher wir kommen“. Und: „Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott“. (Hawking im Oktober 1988 in einem Interview mit dem „Spiegel“)

Über die Theorie von Allem

„Wenn wir eine komplette Theorie haben, können wir die Gedanken Gottes verstehen.“ (Hawking in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Zeit“, April 1988)

Über Zufall

„Einstein lag falsch, als er sagte „Gott würfelt nicht'. (...). Er hat die Würfel manchmal nur dorthin geworfen, wo wir sie nicht sehen“. (Hawking 1994 in der Universität Cambridge bei einer Debatte über „Schwarze Löcher“)

Zu seinen bedeutendsten Erfolgen gehört, dass er Anfang der 70er Jahre voraussagte, dass Schwarze Löcher - riesige, extrem massereiche Objekte im Kosmos - unter bestimmten Umständen Energie verlieren. In Anlehnung an Albert Einstein ist er seit Jahren auf der Suche nach einer Formel, mit der sich die widerstreitenden Theorien über Relativität und Quantenphysik zusammenfügen lassen.

„Ich weiß, dass es ein Medien-Hype ist. Sie brauchen eine Einstein-ähnliche Figur, die sie anrufen können“, kommentierte Hawking schon früh seinen Erfolg bei den Massen, und fügte hinzu: „Wahrscheinlich hat meine Behinderung zum Verkaufserfolg des Buches beigetragen. Wenn dem so ist, finde ich das bedauerlich.“

Was Hawking so faszinierend macht, ist wohl nicht nur seine Schwäche für die großen Fragen der Menschheit und der Wunsch seiner Zeit, für sämtliche Phänomene eine naturwissenschaftlich fundierte Erklärung zu bekommen. Es scheint auch die Symbolik zu sein, die bei seinen Auftritten mitschwingt: Er sitzt im Rollstuhl, kann nur noch wenig ohne Hilfe machen, sein Geist aber reist zu den Sternen. Er kann nicht mehr ohne Hilfe schreiben, nicht sprechen - aber mit dem Kopf ist er ständig auf der Überholspur.

Kommentare (31)

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Dummschule.Deutschland

08.01.2012, 17:44 Uhr

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Hawking:

"Die Menschen sind fasziniert von dem Gegensatz zwischen meinen extrem eingeschränkten körperlichen Fähigkeiten und den gewaltigen Ausmaßen des Universums, mit dem ich mich beschäftige"



Gesunder Türke:

Das Universum ist nicht gewaltig. Vielleicht für einen, der keine drei Schritte vor die Tür setzen kann.
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Dummschule.Deutschland

08.01.2012, 17:48 Uhr

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Oder müssen wir erst den Begriff -Gewaltig- definieren?
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Dummschule.Deutschland

08.01.2012, 17:51 Uhr

.
Ist der Rhein gewaltig ?

















Für ein darin schwimmendes Bakterium?
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