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29.11.2013

13:22 Uhr

Streit mit Monsanto

Fachblatt zieht umstrittene Genmaisstudie zurück

Seit Monaten streiten Wissenschaftler und Genmaisgegner über eine brisante Studie: Bestimmter Genmais soll bei Ratten zu Krebs führen. Jetzt zog das zuständige Fachblatt die Konsequenzen.

Gentechnisch veränderte Maispflanzen (Archivbild): Eine Studie, die besagt, dass bei bestimmten Ratten Genmais die Krebsgefahr steigere, wurde jetzt zurückgezogen. dpa

Gentechnisch veränderte Maispflanzen (Archivbild): Eine Studie, die besagt, dass bei bestimmten Ratten Genmais die Krebsgefahr steigere, wurde jetzt zurückgezogen.

Cambridge/BerlinEin Jahr nach der Veröffentlichung einer umstrittenen Studie zur Krebsgefahr durch Genmais hat das betreffende Fachmagazin beschlossen, die Arbeit zurückzuziehen. Es gebe Bedenken, dass die Zahl der Versuchstiere zu niedrig und der verwendete Rattenstamm für die Experimente nicht geeignet gewesen sei, teilte der zuständige Verlag Elsevier am Donnerstagabend in Cambridge (USA) mit.

Eine Forschergruppe um Gilles-Eric Séralini von der Universität im westfranzösischen Caen hatte im November 2012 berichtet, dass der gentechnisch veränderte Mais NK603 des Herstellers Monsanto bei Ratten Krebs verursache. Die Wissenschaftler hatten die Tiere zwei Jahre lang mit dem Genmais gefüttert und auch dem zugehörigen Pflanzenschutzmittel Glyphosat ausgesetzt. Séralini führte den frühen Tod der Ratten auf den genetisch veränderten Mais zurück.

Zahlreiche Wissenschaftler und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatten der Untersuchung, die im Fachmagazin „Food and Chemical Toxicology“ erschienen war, schwere Mängel bescheinigt. Der Chefredakteur des US-Fachblatts betonte, die in der Studie veröffentlichten Daten seien zwar richtig, aber nicht aussagekräftig genug. Sie ließen keine definitiven Schlussfolgerungen zu, ob der Genmais oder das Pflanzenschutzmittel bei den Ratten Krebs auslöst oder sie umbringt.

Die Untersuchung von Séralini hatte die Debatte um die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa neu befeuert. Der Mais NK603 ist in der Europäischen Union als Rohstoff für die Lebensmittelindustrie oder als Futtermittel zugelassen, aber nicht zum Anbau. Er wird nach Angaben von Christoph Then vom Verband Testbiotech von der europäischen Lebensmittelindustrie jedoch gemieden, wie andere gentechnisch veränderte Pflanzen auch.

Von

dpa

Kommentare (6)

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Prophet

29.11.2013, 13:44 Uhr

Das Fachmagazin hat die Studie auf anraten zurückgezogen!
Solche Studienergebnisse passen nämlich nicht zu dem Freihandelsabkommen und den damit verbundenen Profiten.
Ganz sicher waren die Ratten nicht geeignet. Oder sie haben Krebs bekommen, weil der Versuchsleiter geraucht hat.
Am Mais hat das niemals gelegen.

Account gelöscht!

29.11.2013, 14:05 Uhr

Die Studie war einfach nur schlecht. Sie möchten auch nicht mit etwas peinlichem in Verbindung gebracht werden.

Account gelöscht!

29.11.2013, 17:30 Uhr

Was heißt hier Versuchstiere waren nicht geeignet? Sind Menschen die diesen MONSANTO-Genmais durch Lebensmittel in irgendeiner Form zu sich nehmen, dafür geeignet oder nicht? Und wenn Tiere als Ergebnis von Versuchen sterben oder an Krebs erkranken, wo ist da der Unterschied? Will man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben??

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