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17.01.2005

16:45 Uhr

Forschung + Medizin

Studie: Analytische Psychotherapie hilft bei vielen Leiden

Göttinger Forscher haben nach eigenen Angaben den wissenschaftlichen Nachweis für den Erfolg der psychoanalytisch orientierten Therapie bei zahlreichen seelischen Krankheiten erbracht.

dpa/lni GÖTTINGEN. Göttinger Forscher haben nach eigenen Angaben den wissenschaftlichen Nachweis für den Erfolg der psychoanalytisch orientierten Therapie bei zahlreichen seelischen Krankheiten erbracht. Grundlage dafür ist eine so genannte Meta-Analyse, in der eine Vielzahl anerkannter Studien zur psychoanalytisch orientierten Therapie ausgewertet wurde.

Wie die Universität Göttingen am Montag mitteilte, hilft die Therapie unter anderem bei Angststörungen, Suchterkrankungen oder Ess-Störungen. Psychoanalytisch orientierte Therapieverfahren sind aus der klassischen Psychoanalyse abgeleitet. Sie seien aber stärker auf ein bestimmtes Problem konzentriert und von kürzerer Dauer, sagte Prof. Falk Leichsenring von der Universität Göttingen, der die Untersuchungen gemeinsam mit Dr. Eric Leibing vom Niedersächsischen Landeskrankenhaus Tiefenbrunn führte. Die Ergebnisse wurden jetzt in der international renommierten Zeitschrift „Archives of General Psychiatry“ veröffentlicht.

„Die therapeutische Arbeit konzentriert sich auf den der aktuellen Symptomatik zu Grunde liegenden Konflikt“, erläuterte Leichsenring. Bei Angsterkrankungen etwa könne dies ein Konflikt sein zwischen dem Wunsch unabhängig zu sein und dem Wunsch die Verantwortung an andere Menschen abzugeben.

Der Studie zufolge hilft psychoanalytische Therapie unter anderem auch bei posttraumatischen Belastungsstörungen und so genannten somatoformen Störungen. Dabei handelt es sich um körperliche Beschwerden ohne ausreichende organische Erklärung. Auch Begleit-Symtome psychischer Erkrankungen, etwa soziale Beeinträchtigungen im Berufs- und Privatleben, seien mit psychoanalytisch orientierter Therapie behandelbar.

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