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18.07.2012

14:47 Uhr

Studie

Bewegungsmangel ist tödlich wie Rauchen

Bewegungsmangel kann tödlich sein: Er verursacht nach Berechnungen von US-Forschern bis zu zehn Prozent der Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Brust- und Darmkrebs weltweit.

Jogger vor dem Charles River in Cambridge, Massachusetts. Bewegungsmangel ist für zahlreiche Krankheiten in der westlichen Welt ursächlich. Reuters

Jogger vor dem Charles River in Cambridge, Massachusetts. Bewegungsmangel ist für zahlreiche Krankheiten in der westlichen Welt ursächlich.

London/ParisGut ein Drittel der Weltbevölkerung bewegt sich zu wenig und gefährdet die eigene Gesundheit damit genauso stark wie durch Rauchen oder Fettleibigkeit: Nach einer am Mittwoch in Großbritannien veröffentlichten Studie geht weltweit jeder zehnte erfasste Todesfall auf Bewegungsmangel zurück. Die Verfasser der Studie warnen vor der unterschätzten Gefahr.

Zu wenig körperliche Aktivität senke die Lebenserwartung in vergleichbarem Maße wie Rauchen und Fettleibigkeit, berichtet die Gruppe um I-Min Lee im britischen Fachjournal „Lancet“.

Die Wissenschaftler berechneten nach Ländern und Regionen, wie viele Krankheitsfälle im Jahr 2008 theoretisch vermeidbar gewesen wären, wenn sich die Menschen ausreichend bewegt hätten. Darunter verstehen die Forscher moderate Bewegung, etwa 15 bis 30 Minuten zügiges Gehen täglich. Angesichts der bevorstehenden Olympischen Spiele erklärte Lee in einer Mitteilung zur Studie, dass für die Gesundheit keine sportlichen Höchstleistungen nötig seien.

Den Schätzungen zufolge stehen weltweit sechs Prozent der Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung mit mangelnder Bewegung. Bei Brustkrebs führten die Wissenschaftler durchschnittlich sogar zehn Prozent der Fälle auf inaktive Lebensweisen zurück. Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen halten die Forscher wegen der deutlich höheren Fallzahlen jedoch für besonders gefährlich: Demnach wären weltweit mehrere Hunderttausend Todesfälle vermeidbar.

Von einer „Pandemie“ schreiben Forscher der Universität Texas um Harold Kohl in Bezug auf den Bewegungsmangel. Sie sehen weltweit Handlungsbedarf. In Städteplanung, Transportwesen, Betrieben und Schulen seien neue Ansätze gefragt, um die Menschen in Bewegung zu halten. „Traditionelle Ansätze sehen das Gesundheitssystem in der Pflicht, einen Gesinnungswandel anzuregen. Aber das wird nicht ausreichen“, erklärte Kohl in einer Mitteilung zur Studie.

Der Experte Gregory Heath von der US-Universität von Tennessee wertete Kampagnen zwischen 2001 und 2011 aus, die Menschen zu mehr Bewegung animieren sollten. Am effektivsten waren demnach PR-Kampagnen und kleine Botschaften, wie zum Beispiel Empfehlungen, die Treppe anstatt den Lift zu nutzen. Ebenfalls wirksam sind laut Heath Wandervereine, der Ausbau von Fahrradwegen und Autofahrverbote in der Stadt.

Mit ihren neuen Zahlen untermauern die Wissenschaftler eine eigentlich altbekannte Gefahr. "Die Bedeutung des Bewegungsmangels wird weiterhin unterschätzt, obwohl es seit 60 Jahren handfeste Beweise für seine Auswirkungen auf die Gesundheit gibt", stellt Autor Harold W. Kohl von der Universität Texas fest. Bewegungsmangel sei "ein ernsthaftes Problem für die öffentliche Gesundheit". Die Wissenschaftler sehen eine wachsende Gefahr vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern, in denen sich die Lebensverhältnisse schnell ändern und die physische Aktivität der Menschen plötzlich stark zurückgeht.

Kommentare (4)

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markus14

18.07.2012, 15:50 Uhr

Die Aussagen des Artikels sind nicht richtig. Richtig ist: Durch Bewegeungsmnagel sterben ähnlich viele Menschen wie durch Rauchen. Die Zahl der Raucher und Bewegungsmuffel ist aber nicht gleich hoch, daher ist so ein Vergleich auch Schwachsinn. Tatsächlich hat erst kürzlich eine Studie ergeben, dass durch Bewegungsmangel die Lebenserwartung nur um 0,5 bis 1,5 Jahre senkt. Beim Rauchen sind es bis zu 10 Jahre. Man sollte einmal auf dem boden bleiben.

Kowalski

18.07.2012, 19:03 Uhr

Was zahlt die Sportartikel Lobby eigentlich für eine solche Realitätsferne Studie ?
Meine Eltern und Großeltern haben nie ein Fitnessstudio gekannt,gegessen was ihnen geschmeckt hat und sind dennoch Steinalt geworden.

itstk

18.07.2012, 21:34 Uhr

Mal nachrechnen:

In meiner Familie werden sie alle 80
Freier Junggeselle..............: 5 Jahre weniger
Dauerstreß im Beruf.............: 5 Jahre weniger
absolvierte Chemotherapie.......: 10 Jahre weniger
Kettenraucher UND Kaffeetrinker.: 15 Jahre weniger
Bewegungsmangel.................: 1 Jahr weniger
------------------------------------------
Macht eine Lebenserwartung von..: 44 Jahren

Was'n Quatsch! Dann wäre ich ja schon seit einer Woche...
Oups!

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