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11.04.2017

14:23 Uhr

Studie

Ehrlicher durch Hirnstimulation

Steuerhinterziehung, Korruption, Abgasmanipulationen: Der Hang des Menschen zum Schummeln ist groß. Mit leichten Stromstößen aufs Gehirn kann man Menschen ehrlicher machen, wollen Forscher herausgefunden haben.

Menschen können durch Stimulation bestimmter Gehirnregionen zu ehrlicherem Verhalten gebracht werden, wollen Forscher der Universitäten Zürich, Chicago und Harvard herausgefunden haben. dpa

Macht Hirnstimulation ehrlicher?

Menschen können durch Stimulation bestimmter Gehirnregionen zu ehrlicherem Verhalten gebracht werden, wollen Forscher der Universitäten Zürich, Chicago und Harvard herausgefunden haben.

ZürichMenschen können durch elektrische Stimulation bestimmter Gehirnregionen ehrlicher werden. Das wollen Forscher der Universitäten Zürich, Chicago und Harvard herausgefunden haben. Ihr Studie präsentieren sie aktuell in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“).

Demnach gege es einen Prozess im Gehirn, der es uns ermöglicht, ehrlich zu bleiben, auch wenn wir vom Schummeln finanziell profitieren könnten. Dieser könne durch Stimulation von außen beeinflusst werden.

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Das Team experimentierte mit 300 etwa 23 Jahre alten Studenten bei einem Würfelspiel um Geld. Die jungen Leute notierten ihre Würfelergebnisse selbst und konnten unbemerkt falsche Angaben machen, um ihren Gewinn auf bis zu 90 Schweizer Franken (84 Euro) zu erhöhen.

Die Studenten ohne Hirnstimulation hätten in 37 Prozent der Fälle geschummelt, bei den Studenten mit Stimulation seien es nur 15 Prozent gewesen, schreiben Christian Ruff vom Labor zur Erforschung sozialer und neuronaler Systeme an der Universität Zürich und seine Ko-Autoren.

Bei dem Experiment wird ein Bereich im Stirnlappen, der sogenannte dorsolaterale präfrontale Cortex, durch schwachen Strom aus Elektroden auf der Kopfhaut stimuliert. Es ist bekannt, dass diese Hirnregion für Planung intellektueller Handlungen und Konflikt-Monitoring wichtig ist. Das Verhalten der Studenten sei nicht durch unterschiedliche moralische Grundsätze, Risikofreude oder Impulsivität zu erklären gewesen, so die Autoren.

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