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19.09.2012

18:35 Uhr

Studie

Genmais-Futter macht Ratten schwer krank

In Europa ist der Genmais NK 603 zugelassen. Doch bei Ratten löst er offenbar Tumore sowie Leber- und Nierenschäden aus. Französische Forscher fütterten sie zwei Jahre damit. Und stellten fest, dass sie früher starben.

Genmais kann nach einer französischen Studie bei Ratten schwere Krankheiten verursachen. dpa

Genmais kann nach einer französischen Studie bei Ratten schwere Krankheiten verursachen.

Paris/BrüsselTumore, Nierenschäden, Leberschäden: Genmais kann nach einer französischen Studie Ratten krank machen. Die Forscher fütterten die Tiere zwei Jahre lang mit der in Europa zugelassenen Sorte NK 603 des Agrarkonzerns Monsanto und mit Kontrollmais. Der Mais wird nach Expertenangaben von der europäischen Lebensmittelindustrie jedoch gemieden.

Firmen mit besonderer Rolle

Monsanto: Der Herrscher

Der US-Konzern kontrolliert fast 90 Prozent des Weltmarktes für gentechnisch veränderte Pflanzen. Zudem besitzt Monsanto den größten Teil der Lizenzen für gentechnisch veränderte Lebensmittel. Umweltorganisationen sprechen von einem „unerträglichem Maß an Einfluss“, den der Konzern auf die Politik habe.

Bayer/BASF: Steigbügelhalter

Die Chemieriesen aus dem Dax haben mit Monsanto so manchen Deal laufen, der auf Gegenseitigkeit beruht: An den Kooperationen verdienen BASF und Bayer ordentlich. Und im Gegenzug helfen die einflussreichen deutschen Firmen Monsanto zu mehr Akzeptanz in den europäischen Ländern. Sie sollen das Feld für die neue Technologie bereiten.

BioMath: Hilfe für Genehmigungen

Das Dienstleistungsunternehmen verfügt über einen ansehnlichen Kundenstamm, zu dem die Größen der Branche gehören. BioMath erstellt für die Konzerne Freisetzungsanträge und hilft, an Genehmigungen für gentechnisch veränderte Produkte zu kommen.

Myriad Genetics: Patente auf Menschengene

Der US-Konzern handelt mit einem sehr speziellen Produkt: Patente auf Gene von Menschen. Einige Volksstämme in abgelegenen Gebieten sind gegen Krankheiten resistent. Myriad hat sich die Gencodes gesichert und forscht auf eigene Faust mit ihnen. Andere Forscher werden so daran gehindert, genauere und preiswertere Verfahren zu entwickeln.

Die Genossenschaften: Preisdrücker

Die großen Genossenschaften wie die Raiffeisen AG sind mit ihren Milliardenumsätzen zu Riesen der Branche mutiert. Finanziert haben das rasante Wachstum ihre Kunden, die Bauern. Und zwar auch durch niedrige Erzeugerpreise, die ihnen von den Genossenschaften abgepresst wurden.

Die BVL Verlagsgesellschaft: Kontrolle der Medien

Wer die Medien kontrolliert, kontrolliert auch die Meinungen. Die BVL Verlagsgesellschaft gehört zu 75 Prozent dem bayerischen Bauernverband und die BVL ist wiederrum Mehrheitseigentümer des Landwirtschaftsverlages. Neben vielen vermeintlich objektiv berichteten Fachpublikationen gehört dem Verlag auch die „Landlust“ mit ihrer Millionenauflage. Kein Wunder, dass kritische Berichte kaum gesehen sind und stattdessen idyllische Landwirtschaft.

Lohmann Tierzucht GmbH: Arme Hühner

Das Unternehmen gehört zur Firmengruppe von Erich Wesjohann, dem größten Geflügelzüchter der Welt. Sein Wahlspruch: „Für jede Haltungsform das geeignete Huhn.“ Lohmann genießt beim Umgang mit den Hühnern einen besonders negativen Ruf: kupierte Schnäbel, Federpicken und Kannibalismus. Auch bei der Wesjohann-Tochter Wiesenhof soll es ähnlich zugehen.

Die Studie ist im Fachblatt „Food and Chemical Toxicology“ veröffentlicht. Die Versuchstiere hätten mehr Tumore entwickelt als die der Kontrollgruppe und seien auch früher gestorben, schreiben die Forscher um Gilles-Eric Séralini. Das US-Unternehmen Monsanto äußerte sich bis zum Abend nicht zu den Ergebnissen.

Ein Sprecher der EU-Kommission sagte am Mittwoch, man habe die Studie bereits an die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA weitergeleitet. Nach EFSA-Angaben ist der Mais als Rohstoff zur Verarbeitung unter anderem in der Lebensmittelindustrie zugelassen.

Zu der Studie wollten die Behörde zunächst jedoch nichts sagen, weil sie noch geprüft werde. Nach Auskunft der Behörde ist NK 603 in der EU nicht zum Anbau zugelassen, aber als Rohstoff zum Beispiel für die Lebensmittelindustrie.

Auch wenn der Genmais in der EU zugelassen sei, würden Lebensmittelkonzerne ihn meiden, sagte der deutsche Gentechnik-Experte Christof Then vom Institut Testbiotech. Sie müssten ihre Produkte dann nach der EU-Verordnung für gentechnischveränderte Lebensmittel extra kennzeichnen.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

19.09.2012, 19:59 Uhr

Weg mit dem Mist!
Genmanipuliertes Grünzeug braucht kein Mensch, und auch kein Tier.
Unglaublich was ein Mensch alles "fressen" soll, nur weils angeblich billig ist.
Wie sagte meine Mutter immer, wer billig kauft, kauft immer mindestens zweimal. Das bekommt in diesem Zusammenhang eine ganz andere Bedeutung, man muß dann noch Krebsmedikamente "kaufen".
Nette Zweisamkeiten in Industrienationen, ein Dreamteam des Nahrungskreislaufs sozusagen.

Fettleibigkeit

19.09.2012, 21:22 Uhr

[...]

Das ist schon längst bekannt, dass es bei Ratten auch zu Gewichtszunahmen kommt. Bei Tumorwachstum wird der Tumor eben auch miternährt durch Proteine und Zucker.

es ist also nicht unrealistisch das veränderte Eiweiße zu Gewichtszunahmen und Tumorwachstum führen.

die Amerikaner werden immer fetter -- und seit gut 15 Jahren ist das richtig extrem, v.a. in den Schichten die öfter Genfraß fressen, der da überall mit drin ist.

die mit mehr Geld geben mehr für Bioprodukte aus und sind in den USA auch schlanker. die kriegen weniger davon ab.

ich kann mir gut vorstellen das die Verfettung großer Teile der Bevölkerung damit zusammenhängt.

[...]

bei irgendwelchen Bauern in den USA sind ja auch mal massig Schweine krepiert und in Australien wurde mit einer Manipulation aus harmlosen eine todbringende, die Lungenkrankheiten durch Allergene hervorrief.

und bei Krebs zeigen sich die Folgen oft erst sehr spät --- bis zum Ausbruch vergeht eine Zeit kontinuliericher Aufnahme - deshalb kann man ja nicht nachweisen oft, warum jemand Krebs bekam. Bei Pestiziden ja auch oft so -- Langzeitwirkung.

+++Beitrag von der Redaktion editiert+++

Fettmacher

19.09.2012, 21:32 Uhr

[...]

Lebenserwartung sinkt -- und zwar im armen Süden - wo die Armen mehr Genfraß fressen und immer fetter werden.

Genfraß macht fett, regt den Appetit an und verursacht deshalb Krebs.

deshalb sind da auch die Haustiere so fett - nicht nur wegen Esskultur.

sobald das hier auch mehr auf dem markt kommt gehen die hier auch auseinander wie Hefeklöße -- geht dann ganz schnell, wetten!

+++Beitrag von der Redaktion editiert+++

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