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13.06.2016

14:44 Uhr

Sturmgewehr AR 15

Der beste Freund des Massenmörders

Der Mörder von Orlando benutzte eine Waffe, die es zu traurigem Ruhm gebracht hat. Das Sturmgewehr AR 15 ist die Waffe der Wahl für Attentäter, die viele Menschen töten wollen – auch, weil es so leicht zu bekommen ist.

Mit diesem Waffentyp tötete der Mörder von Orlando. dpa

Sturmgewehr AR-15

Mit diesem Waffentyp tötete der Mörder von Orlando.

BerlinDas Sturmgewehr AR 15 hat in den vergangenen Jahren traurige Berühmtheit erlangt: Es ist in den USA die Waffe der Wahl für Attentäter, die möglichst viele Menschen töten wollen. Bei einigen der schlimmsten „Mass Shootings“ der letzten Jahre, so berichtet die Washington Post, benutzten die Attentäter ein solches Sturmgewehr - so beim Anschlag von San Bernadino im vergangenen Dezember, bei der Schießerei am Umpqua Community College im Oktober 2015 sowie 2012 bei dem Angriff auf eine Grundschule in Newton.

Entwickelt wurde das Gewehr in den 1950er Jahren von dem Unternehmen ArmaLite Rifle (daher die Bezeichnung „AR“). Nachdem Colt die Rechte an der Waffe erworben hatte, entwickelte es das AR 15 weiter zum Sturmgewehr für das US-Militär. Unter der Bezeichnung M16 löste es während des Vietnamkriegs den Vorgänger M14 ab. Bis heute ist das M16 das Standardgewehr der US-Streitkräfte.

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Typisch für Sturmgewehre ist, dass sie die hohe Feuergeschwindigkeit von Maschinenpistolen mit der Reichweite und Durchschlagskraft von Karabinern verbinden. Das AR 15 kann je nach Modell bis zu mehrere hundert Schuss pro Minute abgeben. Magazine enthalten üblicherweise bis zu 30 Patronen, doch kann die Munition auch über ein Trommelmagazin zugeführt werden, das bis zu 100 Patronen fasst. Die Waffe ist vergleichsweise leicht, ein typisches Merkmal ist der laute Mündungsknall.

Nachdem inzwischen die meisten der ursprünglichen Patente für die Waffe abgelaufen sind, stellen heute auch andere Unternehmen das M16/AR 15 her. Entsprechend groß ist die Modellpalette. Welchen Typ der Attentäter von Orlando genau benutzte, ist noch unklar.

Das AR 15 zählt zu den halbautomatischen Waffen, bei denen nach jedem Schuss automatisch eine Patrone nachgeladen wird und die eine hohe Schusskadenz ermöglichen. Bei der Diskussion um eine Verschärfung des US-Waffenrechts stehen gerade solche Waffen im Fokus: Kritiker fordern unter Verweis auf ihr hohes Zerstörungspotenzial seit längerem ein Verbot und stellen infrage, dass sich das von der US-Verfassung garantierte Recht auf Waffenbesitz auch auf Sturmgewehre bezieht.

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