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06.01.2011

14:38 Uhr

Suchttherapie

Forscher impfen Mäuse gegen Kokain

Ein gewöhnliches Erkältungsvirus könnte der Schlüssel zu einer neuen Therapie gegen Kokainsucht sein. US-Wissenschaftler haben das Virus genutzt, um die Immunabwehr des Körpers gegen das Rauschgift in Stellung zu bringen.

Die Forschungsergebnisse könnten einen Ansatz zu neuen Therapien gegen die Rauschgiftsucht liefern. dpa

Die Forschungsergebnisse könnten einen Ansatz zu neuen Therapien gegen die Rauschgiftsucht liefern.

HB NEW YORK. US-Wissenschaftler haben Labormäuse erfolgreich gegen Kokain geimpft. Die Wissenschaftler kombinierten dazu ein gewöhnliches Erkältungsvirus mit einem chemischen Kokain-Imitat. Diese Kombination setze das Immunsystem in Marsch, das nicht nur das Erkältungsvirus als Eindringling erkenne, sondern nach der Impfung auch das Kokain, berichten die Wissenschaftler in einer Mitteilung.

Mit dieser Strategie hoffen sie, das Kokain im Körper abfangen zu können, bevor es das Gehirn erreicht. Bei den Labormäusen habe das über mindestens 13 Wochen gut funktioniert. Ob daraus allerdings jemals eine Therapie für Menschen wird, ist noch offen.

Das Team um Ronald Crystal von der Cornell-Universität beschreibt seine Versuche im Journal „Molecular Therapy“. Die Idee einer Impfung gegen Kokain ist nicht neu. Da es – anders als etwa für Heroin – keinen Ersatzstoff für Kokain gibt, versuchen Forscher seit längerem, das Immunsystem gegen Kokain in die Spur zu schicken.

Jetzt veränderten die Forscher ein bereits in den 1990er Jahren entwickeltes synthetisches Kokain-Teilgerüst derart, dass es sich an ein sogenanntes Adenovirus binden ließ, ein weit verbreitetes Erkältungsvirus. Dem Virus wurden die krank machenden Komponenten entfernt, so dass es lediglich als Transportmittel für die Kokain-Impfung funktionierte.

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