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18.06.2015

14:12 Uhr

Südkorea

Zahl der Mers-Opfer steigt weiter

Der Mers-Ausbruch in Südkorea hat weitere Todesopfer gefordert, mehr als 6700 Menschen sind inzwischen unter Quarantäne gestellt. Unterdessen meldet auch Thailand den ersten Mers-Fall.

Helfer desinfizieren ein Theater in der südkoreanischen Hauptstadt im Kampf gegen das Mers-Virus. Reuters

Virusbekämpfung in Seoul

Helfer desinfizieren ein Theater in der südkoreanischen Hauptstadt im Kampf gegen das Mers-Virus.

SeoulIn Südkorea ist die Zahl der Opfer des Mers-Virus nach drei weiteren Todesfällen auf 23 gestiegen. Die Behörden meldeten zudem am Donnerstag drei neue Ansteckungsfälle. Von den Patienten mit der gefährlichen Atemwegserkrankung schwebten 17 in Lebensgefahr, hieß es.

Um den Ausbruch in den Griff zu bekommen, sind inzwischen mehr als 6700 Menschen unter Quarantäne gestellt. Sie befinden sich zu Hause oder in Isolierstationen. Südkorea erlebt derzeit den größten Mers-Ausbruch außerhalb der arabischen Halbinsel. Erster bestätigter Kranker mit Mers in dem Land war im Mai ein 68-Jähriger, der von einer Nahost-Reise zurückgekehrt war.

Die wichtigsten Infos zum Mers-Virus

Woher kommt das Virus?

Das Mers-Virus zählt zu den Coronaviren, zu denen auch viele Schnupfen- und Erkältungsviren gehören. Mers ist vor allem im Nahen Osten verbreitet, da die Krankheit meist von Kamelen auf Menschen überspringt. Daher auch der Name Mers, der für „Middle East Repiratory Syndrome“ steht. Erstmals wurde der Erreger 2012 in Saudi-Arabien nachgewiesen. Bis Mitte Juni hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit 1289 bestätigte Mers-Fälle erfasst, darunter mindestens 455 Todesopfer.

Welche Symptome verursacht der Erreger?

Mers löst zunächst grippeähnliche Symptome wie Fieber und Atemprobleme aus. In schweren Fällen kann es zu Lungenentzündung und Nierenversagen kommen.

Wie begann der aktuelle Mers-Ausbruch in Südkorea?

Ein 68-jähriger Mann hat sich bei einer Reise in den Nahen Osten infiziert und das Mers-Virus nach Südkorea gebracht. Bei ihm wurde der Erreger am 20. Mai nachgewiesen. Da hatte der Patient schon Angehörige, Pflegepersonal in der Klinik sowie Mitpatienten und deren Besucher angesteckt. Anscheinend erkannten Ärzte die Erkrankung zunächst nicht.

Wie gefährlich ist Mers?

Der Ausbruch in Südkorea lässt vermuten, dass das Virus ansteckender ist als angenommen. Experten glauben, dass es sogenannte Superspreader gibt, also Erkrankte, die besonders viele Menschen anstecken. Gleichzeitig scheint das Virus in Südkorea aber auch weniger gefährlich zu sein. Die Todesrate liegt in Südkorea bei 7 bis 9 Prozent, deutlich unter der der weltweit registrierten Fälle (circa 35 Prozent).

Ist so ein Ausbruch auch in Deutschland möglich?

Davon gehen Experten aus. Mers wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts bislang bei drei Patienten in Deutschland nachgewiesen. Alle brachten den Erreger von der Arabischen Halbinsel mit. Weitere importierte Fälle seien jederzeit möglich, meint das Robert Koch-Institut. Jährlich fliegen etwa eine Million Menschen von der Arabischen Halbinsel nach Deutschland.

Gibt es einen Impfstoff?

Forscher arbeiten derzeit an einer Schutzimpfung gegen Mers. Ein Impfstoff wurde an der Universität München bereits an Mäusen getestet. Bald könnte eine erste Studie an Menschen zur Verträglichkeit folgen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Mers-Ausbruch in Südkorea am Mittwoch einen „Weckruf“ genannt und den unbedarften Umgang der Gesundheitsbehörden und Bürger mit dem hochansteckenden Virus kritisiert. So seien Mers-Patienten beispielsweise über lange Zeiträume in überfüllten Notaufnahmesälen untergebracht worden. Zur Verbreitung der Krankheit trägt laut WHO aber auch bei, dass Menschen mit möglichen Symptomen mehrere Krankenhäuser hintereinander aufsuchen, um sich dort eine Zweit- oder Drittmeinung einzuholen.

Zudem kritisierte die WHO, dass viele Besucher und Angehörige von Infizierten sich mit diesen in ihren Krankenhauszimmern aufhielten. So entfiel nach Behördenangaben gut ein Drittel aller Ansteckungen auf Angehörige, die zuvor Patienten besucht hatten.

Kommentare (1)

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Frau Ich Kritisch

18.06.2015, 11:31 Uhr

Mers das Ebola des Nahen Ostens nun im fernen Osten....

und die WHO - so hilflos wie schon bei Ebola ...

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