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19.06.2011

10:13 Uhr

Superjet-Konzept ZEHST

EADS träumt von neuer Concorde

VonHolger Alich

Paris-Tokio in nur zweieinhalb Stunden? Auf der Pariser Airshow macht EADS mit der Studie eines neuen Überschallfliegers auf sich aufmerksam. Gegenüber der Concorde hat der Jet einen großen Vorteil.

Mit Tempo 4100 fliegenIn zweieinhalb Stunden von Paris nach Japan fliegen: Im Forschungsprojekt ZEHST – kurz für Zero Emission High Supersonic Transport – entwickelt ein Team des Luftfahrtkonzerns EADS ein Flugzeug, das Tagesreisen um den Globus ermöglichen soll. Es fliegt bei Tempo 4100, vier Mal schneller als der Schall. Dafür müssen die Forscher das Flugzeug neu erfinden: Überschallflieger brauchen neue Motoren und eine neue Bauform. Zudem soll der flinke Flieger mit Biokerosin und Flüssigwasserstoff klimaneutral abheben. Ende des Jahrzehnts soll es einen kleinen Prototypen geben – die erste Überschallreise wird allerdings erst nach 2050 beginnen können. Quelle: PR

Mit Tempo 4100 fliegen

In zweieinhalb Stunden von Paris nach Japan fliegen: Im Forschungsprojekt ZEHST – kurz für Zero Emission High Supersonic Transport – entwickelt ein Team des Luftfahrtkonzerns EADS ein Flugzeug, das Tagesreisen um den Globus ermöglichen soll. Es fliegt bei Tempo 4100, vier Mal schneller als der Schall.

Dafür müssen die Forscher das Flugzeug neu erfinden: Überschallflieger brauchen neue Motoren und eine neue Bauform. Zudem soll der flinke Flieger mit Biokerosin und Flüssigwasserstoff klimaneutral abheben. Ende des Jahrzehnts soll es einen kleinen Prototypen geben – die erste Überschallreise wird allerdings erst nach 2050 beginnen können.

ParisDie Forscher des EADS-Konzerns arbeiten an einem neuen Überschalljet für den Passagiertransport. Eine Konzept-Modell stellt der Konzern auf der Pariser Airshow vor, die am Montag ihre Pforten öffnet. Mit dem neuen Superjet sollen Reisende von Paris nach Tokio in nur zweieinhalb Stunden fliegen können. Gegenüber des legendären Überschalljet Concorde soll der neue EADS-Superflieger aber einen entscheidenden Vorteil bieten.

„Dank neuer Treibstoffe wie Wasserstoff wollen wir die Umweltbelastung so gering wie möglich halten“, erklärte EADS-Forschungs-Chef Jean J. Botti auf dem EADS-Medienseminar in Paris. Das Projekt hört daher auf den etwas sperrigen Namen ZEHST (Zero Emission High Supersonic Transport). Optisch erinnert das neue Superflugzeug stark an die Concorde, die EADS Vorläufer Sud Aviation baute.

„Das zeigt, dass damals schon die Aeodynamik sehr fortschrittlich war“, so Botti. Doch das soll die einzige Ähnlichkeit mit der Concorde sein, die aufgrund ihres hohen Spritverbrauchs und ihrer geringen Passagierkapazität den Betreibern Air France und British Airways nur Verluste einbrachte.

Der neue Überschalljet der EADS soll die vierfache Schallgeschwindigkeit erreichen, in 32 Kilometer Höhe fliegen mit drei verschiedenen Triebwerken angetrieben werden.

In der Startphase soll der Jet von zwei normalen Strahlturbinen-Triebwerken bis auf fünf Kilometer Höhe getragen werden. Das Flugzeug kann damit von jedem normalen Flughafen starten, so Botti. Die Triebwerke werden dabei mit Biotreibstoff betrieben, um die Umweltbelastung zu verringern.

Anschließend werden zwei Booster-Raketen mit Flüssigwasserstoff bzw. Flüssigsauerstoffantrieb gezündet, wie sie bei der Ariane zum Einsatz kommen. Sie beschleunigen den Jet bis auf Mach 2,5 (rund zweieinhalbfache Schallgeschwindigkeit), das Flugzeug steigt dabei auf 23 Kilometer Höhe auf.

Kommentare (4)

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Spiller

19.06.2011, 16:07 Uhr

Die oben abgebildete Maschine ist der Concord nicht einmal annähernd Ähnlich. Delta Tragflächen sind heute keine seltenheit mehr. Erinnert der EF2000 Typhoon dann auch ( Zitat; ) " ...stark an die Concorde " ? Ein Audi A4 sieht auch nicht aus wie ein VW Käfer, nur weil er 4 Räder hat.
Auch muessen Sie sich entscheiden, ob die Maschine nun auf die Flughöhe von 23 Km aufsteigt, oder auf 32 Km.

Sehr schlechter Artikel!

Commentor

19.06.2011, 16:45 Uhr

Ich vermute, Sie haben die 2. Seite nicht gelesen? Die 32 km Flughöhe mit 4 Mach erreicht das Flugzeug erst in der 3. Flugphase. Die 23 km auf Seite 1 unten sind ein Zwischenniveau. Der Artikel ist insofern sachlich korrekt udn im Gegensatz zu Ihrem Kommentar nicht schlecht.

Account gelöscht!

20.06.2011, 11:08 Uhr

Es bleibt die Frage der Wirtschaftlichkeit, denn viel Platz für Passagiere scheint ja durch den Raketenantrieb nicht zu sein. Hoffentlich finden die Umweltschützer nicht wieder einen Haken, um das Projekt zu torpedieren. Aber die Maschine wird ja zum Glück nicht in dem "HighTech-Land" Deutschland entwickelt.

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