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17.08.2011

10:05 Uhr

Swarmanoid

Klauende Roboter als Video-Stars

VonWerner Pluta
Quelle:Golem.de

Wir tun uns zusammen und klauen ein Buch aus Papas Bibliothek: Für einen solchen Plot bekommt ein Filmemacher normalerweise keinen Preis. Wenn die Hauptdarsteller jedoch Roboter sind, sieht die Sache ganz anders aus.

Sie sind für die Fortbewegung zuständig: Foot-Bots transportieren ihre unbeweglichen Maschinenkollegen zum Zielort. Quelle: Swarmanoid-Projekt

Sie sind für die Fortbewegung zuständig: Foot-Bots transportieren ihre unbeweglichen Maschinenkollegen zum Zielort.

BerlinEin Film über Roboter, die ein Buch aus einem Regal entwenden, ist als bestes Video auf einer Konferenz über Künstliche Intelligenz ausgezeichnet worden. Die kleinen Roboter haben im Schwarm eine Aufgabe erledigt, zu der jeder für sich nicht in der Lage gewesen wären.

Swarmanoid heißen die Roboter, die im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes entwickelt werden. Beteiligt sind Wissenschaftler aus Belgien, der Schweiz und Italien unter der Leitung von Marco Dorigo, Forschungsdirektor am Institut für künstliche Intelligenz der Freien Universität Brüssel. Ziel ist, relativ einfache Roboter mit verschiedenen Fähigkeiten zu entwickeln, die im Schwarm komplexe Auflagen bewältigen können.

Drei Typen von Schwarmrobotern gibt es. Da ist zunächst der Handbot. Er hat zwei Arme, mit denen er greifen und auch klettern kann. Aber er kann sich nicht selbst fortbewegen. Deshalb braucht er ein Transportvehiklel. Diese Aufgabe übernimmt der Footbot.

Das ist ein runder Roboter mit Rädern. Er verfügt über Sensoren für Entfernung, Licht und Beschleunigung sowie eine Kamera. Er hat einen kleinen Greifer, mit dem er sich mit anderen Footbots oder einem Handbot verbinden kann. Zwei Footbots können einen Handbot in ihre Mitte nehmen und transportieren. Der Eyebot schließlich ist ein Flugroboter, der fliegt das Terrain sondiert und die anderen Roboter dirigiert.

Damit die Roboter gemeinsam eine Aufgabe erledigen können, müssen sie miteinander kommunizieren. Das geht optisch, mit Farbsignalen. Dazu haben die Forscher die Roboter mit acht Leuchtdioden (LED) ausgestattet, die in verschiedenen Farben leuchten. Mit einigen wenigen Regeln, die als Farbcode ausgegeben werden, verständigen sich die Roboter.

Dabei muss ein einzelner Roboter nur wissen, dass und von welchem Roboter er angesprochen wird. Es ist nicht wichtig, dass er das Ziel einer Aktion kennt. Er gehorcht einfach dem Signal seines Nachbarn, und der führt seine Aufgabe fort, wenn er die nötige Hilfe bekommen hat.

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