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20.12.2016

15:34 Uhr

Synthetische Droge

US-Behörden warnen vor künstlichem Marihuana

Es wird verkauft unter Namen wie „K2“ oder „Mr Happy“ und verspricht einen billigen Rausch, der sich zudem im Körper kaum nachweisen lässt. Doch synthetisches Marihuana ist weit gefährlicher als sein natürliches Vorbild.

Die synthetische Variante der Droge gilt als wesentlich gefährlicher als das natürliche Vorbild. dpa

Marihuana

Die synthetische Variante der Droge gilt als wesentlich gefährlicher als das natürliche Vorbild.

St. LouisDie Droge ist billig, gefährlich und breitet sich rasant aus. Besonders unter den Obdachlosen in den USA ist synthetisches Marihuana beliebt. Es verspricht ihnen eine rasche Flucht vor der Realität.

In St. Louis erkrankten im vergangenen Monat mehr als 300 Menschen nach der Einnahme des künstlich hergestellten Halluzinogens, das unberechenbarer ist als sein natürliches Vorbild. Ähnliche Vorfälle wurden aus New York, Los Angeles und dem texanischen Austin gemeldet. „Die Menschen werden gewalttätig, reden zusammenhangslos, sind apathisch“, sagt Polizeisprecher Kurt Thomas in Austin.

Die Obdachlosen seien ein leichtes Ziel für die Dealer, erklären Experten. Für ein bis zwei Dollar pro Joint könnten sie einen schnellen Rausch erleben und das mit einer Droge, die bei Urintests schwerer nachzuweisen sei.

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In St. Louis wurde die Lage im vergangenen Monat so schlimm, dass die Obdachlosenhilfe die Menschen aufforderte, den Bettlern kein Geld mehr zu geben aus Angst, damit werde doch wieder nur das nächste High gekauft.

Synthetisches Marihuana wird seit den späten 2000er Jahren angeboten, meist unter Namen wie „K2“, „Darkness“ oder „Mr Happy“. Der Stoff besteht nach Angaben der amerikanischen Anti-Drogen-Behörde DEA aus Kräutern und Gewürzen, vermischt mit einem synthetischen Bestandteil, der dem THC nachempfunden ist, das sich auch im natürlichen Marihuana findet.

Hergestellt wird die Droge meist in China. Anschließend wird sie auf den Straßen oder über das Internet verkauft. Der Gesetzgeber hat die Droge wegen ihrer chemischen Zusammensetzung verboten, aber die Hersteller variieren ihre Formel immer wieder, um dem Verbot zu entgehen.

Bisher wurde im Zusammenhang mit dem synthetischen Marihuana in St. Louis nur ein Verdächtiger angeklagt. Es handelte sich um einen Obdachlosen, der die Droge verkaufen wollte. Die Menschen seien verzweifelt und lebten unter sehr schwierigen Bedingungen, sagt Polizeisprecher Thomas. So seien sie leichte Beute für die Dealer.

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