Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.06.2016

14:53 Uhr

System Posydon

US-Militär entwickelt Navi für U-Boote

VonWerner Pluta
Quelle:Golem.de

Auf dem Wasser navigieren Schiffe heute mit GPS, unter Wasser funktioniert das Navigationssystem jedoch nicht. Für seine U-Boote lässt das US-Militär deshalb ein System entwickeln, das GPS mit Schallsignalen nachahmt.

Die Unterwasserschiffe können0 ihre Position per GPS nur im aufgetauchten Zustand bestimmen. Unter Wasser nutzen sie die traditionelle Koppelnavigation. AFP; Files; Francois Guillot

U-Boot

Die Unterwasserschiffe können0 ihre Position per GPS nur im aufgetauchten Zustand bestimmen. Unter Wasser nutzen sie die traditionelle Koppelnavigation.

BerlinOrientierung für U-Boote: Die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa), die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums, lässt ein Navigationssystem entwickeln, das unter Wasser funktioniert. Es arbeitet mit Schall- statt mit Funksignalen.

Posydon (Positioning System for Deep Ocean Navigation) heißt das System, das der britische Rüstungskonzern BAE Systems zusammen mit Forschern des Massachusetts Institute of Technology, der Universität von Texas in Austin und der Universität von Washington in Seattle entwickelt. Es ahmt die Funktionsweise des Global Positioning Systems (GPS) nach und ermöglicht es U-Boot-Besatzungen so, ihre aktuelle Position zu bestimmen, ohne auftauchen zu müssen.

Auf dem Wasser navigieren Schiffe heutzutage mit dem US-Satellitennavigationssystem GPS. Satelliten kreisen um die Erde und senden jede Sekunde ein Signal zur Erde. Bei einem Empfänger gehen die Signale mehrerer Satelliten ein, dieser errechnet aus der Signallaufzeit per Triangulation daraus die Position des Empfängers.

Was an der Oberfläche sehr gut funktioniert - die Genauigkeit liegt im Bereich weniger Meter -, steht darunter jedoch nicht zur Verfügung. Funkwellen breiten sich im Wasser nicht sehr weit aus. U-Boote können ihre Position also bei GPS nur im aufgetauchten Zustand bestimmen. Unter Wasser nutzen sie die traditionelle Koppelnavigation.

Als Hilfsmittel wird dazu eine sehr empfindliche inertiale Messeinheit (Inertial Measurement Unit, IMU) eingesetzt. Sie erfasst die Bewegungen des U-Boots und ermöglicht es dadurch, die aktuelle Bestimmung, ausgehend von der letzten GPS-Position, zu ermitteln. So eine IMU ist für kleine unbemannte U-Boote, von denen die US-Marine künftig ganze Flotten einsetzen will, nicht gut geeignet: zu unhandlich und zu teuer.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×