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26.09.2012

21:47 Uhr

Technikproblem

Raumfrachter hängt noch an der ISS

Empfangsschwierigkeiten im All: Weil beim europäischen Raumtransporter „Edoardo Amaldi“ ein Kommando nicht ankam, dockte er nicht von der Raumstation ISS ab. Jetzt soll er noch dabei helfen, Weltraumschrott auszuweichen.

Künstlerische Darstellung eines an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockten Raumfrachters. (Foto: ESA - D. Ducros) dpa

Künstlerische Darstellung eines an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockten Raumfrachters. (Foto: ESA - D. Ducros)

Moskau/WashingtonWegen technischer Probleme hat der europäische Raumtransporter „Edoardo Amaldi“ nicht wie geplant von der Internationalen Raumstation ISS abgedockt. Das Raumschiff habe ein Kommando vom russischen Modul der ISS nicht korrekt empfangen, teilte die Europäische Weltraumbehörde Esa am Mittwoch mit.

Ein neuer Versuch werde nicht vor Freitagabend unternommen, sagte ein Esa-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die Agentur Interfax unter Berufung auf Raumfahrtkreise gemeldet, das neue Manöver sei für diesen Donnerstag um 23.00 Uhr MESZ geplant.

Dieser Termin sei aber nicht zu halten gewesen, sagte der Esa-Sprecher. Vor allem auf Wunsch der Nasa solle der Frachter noch bei einem Ausweichmanöver der ISS vor Weltraumschrott mithelfen. Trümmer des alten russischen Kommunikationssatelliten Kosmos-2251 kommen dem Außenposten der Menschheit gefährlich nah, wie Interfax meldete.

„Edoardo Amaldi“ befinde sich nun im Ruhemodus, teilte die Esa mit. Die wegen des Manövers bereits getrennten Energie- und Datenverbindungen mit der ISS seien wiederhergestellt. Roskosmos beteuerte, die Panne beeinträchtige die Arbeit der sechsköpfigen Besatzung an Bord der Raumstation nicht. In gut 420 Kilometern Höhe sind derzeit drei russische Kosmonauten, zwei US-Astronauten und ein japanischer Raumfahrer im Einsatz.

„Edoardo Amaldi“ hatte eigentlich mit Müll beladen ablegen und in der Atmosphäre verglühen sollen. Es war allerdings nicht der erste Zwischenfall mit dem Transporter. Weil sich die Triebwerke des Frachters ATV-3 elf Minuten zu früh abgeschaltet hatten, war die Flugbahn der ISS Mitte August nicht so weit wie geplant angehoben worden. Auch damals war ein zweiter Versuch nötig.

Der insgesamt 20 Tonnen schwere ATV-Raumtransporter, der nach dem italienischen Physiker Edoardo Amaldi (1908-1989) benannt ist, war mit einer Ariane-5-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet und hatte Ende März sieben Tonnen Nachschub ins All gebracht. Auf die rund 450 Millionen Euro teure Mission sollen bis 2014 zwei weitere Modelle folgen. Dann stellt die Esa den Bau dieser Versorgungsschiffe ein.

Von

dpa

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