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04.07.2017

14:25 Uhr

Teilchenbeschleuniger Fair

Zeitreise Richtung Urknall

Was passierte im gerade entstandenen Universum kurz nach dem Urknall? Antworten darauf soll der Teilchenbeschleuniger Fair liefern. In Darmstadt ist heute der Startschuss für das ehrgeizige Projekt gefallen.

Das Luftbild zeigt das Baufeld der in Darmstadt geplanten Teilchenbeschleunigeranlage Fair. Im Vordergrund ist die Schneise des Beschleunigerrings zu sehen. dpa

Beschleuniger Fair

Das Luftbild zeigt das Baufeld der in Darmstadt geplanten Teilchenbeschleunigeranlage Fair. Im Vordergrund ist die Schneise des Beschleunigerrings zu sehen.

DarmstadtStartschuss für eine Zeitreise in die Anfänge des Universums: Mit dem Teilchenbeschleuniger Fair (Facility for Antiproton and Ion Research) wollen Wissenschaftler Rätsel des Universums lösen. Gelüftet werden sollen unter anderem Geheimnisse aus der Zeit kurz nach dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren. Am heutigen Dienstag (4. Juli) hat der Bau der Anlage offiziell begonnen, der volle Betrieb ist für 2025 geplant.

Auf einer Fläche von 20 Hektar entsteht Fair am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. „Das Projekt wird die Grenze unseres Wissens über das Universum weiter nach vorne schieben“, sagt der wissenschaftliche Geschäftsführer von Fair und GSI, Paolo Giubellino. Und Jörg Blaurock, technischer Geschäftsführer von Fair und GSI, ergänzt: „Das ist eine hochkomplexe Anlage. Wir wollen einzigartige Experimente durchführen.“

Herzstück der neuen Anlage ist ein 1,1 Kilometer langer Ringbeschleuniger, der 17 Meter tief unter der Erde verläuft. Er wird an den bestehenden GSI-Beschleuniger angedockt, der etwa 200 Meter Umfang hat.

Elektrisch geladene Teilchen, Ionen und Antiprotonen mit einem Durchmesser von rund einem Zehnmillionstel Millimeter nehmen hier extrem hohes Tempo auf. In der neuen Anlage sollen sie etwa 297.000 Kilometer pro Sekunde und damit fast Lichtgeschwindigkeit erreichen. Dann prallen sie auf einen Widerstand, auf eine Folie oder biologische Zellproben.

Dabei wollen Forscher beobachten, wie beim Zusammenstoß durch den extremen Druck und die extreme Temperatur neue Teilchen und Materieformen entstehen. Daraus können Wissenschaftler Rückschlüsse auf die Entwicklungsgeschichte des Universums ziehen.

Beim Aufprall sollen auch extrem hohe Temperaturen erzeugt werden, wie sie im Inneren von explodierenden Sternen entstehen. Wegen der Strahlung müssen die Gebäude der Anlage bis zu acht Meter dicke Betonwände haben.

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