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11.08.2013

14:55 Uhr

Teilchenbeschleuniger LHC

Die Weltmaschine wird aufgerüstet

Warum existieren wir? Was kommt nach unserem Universum? Mit Hilfe lichtschneller Teilchen suchen Forscher am Kernforschungszentrum Cern Antworten auf große Menschheitsfragen. Jetzt wird ihre Weltmaschine aufgerüstet.

Der Magnetkern des Teilchendetektors CMS (Compact Muon Solenoid). Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC verfügt über vier dieser riesigen Detektoren. dpa

Der Magnetkern des Teilchendetektors CMS (Compact Muon Solenoid). Der weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC verfügt über vier dieser riesigen Detektoren.

GenfMit Leichenaugen lässt sich die Weltmaschine nicht überlisten. Dan Brown hat das nicht gewusst oder ignoriert. In seinem Thriller „Illuminati“ kann der Dieb einer Portion Anti-Materie das Sicherheitssystem des Europäischen Kernforschungszentrums Cern mit dem ausgestochenen Auge eines ermordeten Wissenschaftlers austricksen.

Das wirkliche Leben ist anders: „Schauen Sie“, sagt Christoph Rembser und schiebt sein Gesicht dicht vor den Augenscanner. „Der scannt und sendet zugleich Lichtsignale. Die Pupillen müssen reagieren, tot könnten sie das nicht.“

Die quicklebendigen Augen des 49-jährigen Physikers aus Bonn öffnen uns ein Tor zum Large Hadron Collider (LHC). Willkommen im leistungsstärksten Teilchenbeschleuniger der Welt, in der Wiege des Higgs-Teilchens, des berühmtesten Bausteins im Standardmodell der Materie. Jenes Teilchens, dem wir nach Überzeugung von Cern-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer (65) aus Stuttgart sowie Tausender anderer Atomphysiker unsere Existenz verdanken. Menschen ebenso wie Tiere, Pflanzen und alles, was es in und um uns herum gibt.

Arbeit für 10.000 Wissenschaftler

Denn nur dieses Teilchen soll den anderen überhaupt erst eine Masse verleihen, ohne die sie nur end- und nutzlos mit Lichtgeschwindigkeit durchs All schwirren würden. Was mangels Masse nie Halt findet, kann auch keine Partnerschaft mit anderen Teilchen eingehen, kann sich nie zu einem Atomkern entwickeln.

Teilchenphysik wirkt spannend, wenn Cern-Forscher sich die Zeit nehmen, sie Laien zu erklären. So entstand wohl auch der Kosename Weltmaschine. Treffend ist er: Fast 10.000 Wissenschaftler aus mehr als 110 Ländern sind – vor Ort in Genf oder an Computern ihrer Heimatinstitute – mit den Experimenten des Cern beschäftigt. Es ist ein Labor für die ganze Welt. Und das Kernstück, der Beschleuniger LHC, ist die größte Maschine auf der Erde.

Wobei sich der LHC, genau genommen, vor allem unter der Erde befindet. Bis zu 150 Meter tief, im Grenzgebiet zwischen der Schweiz und Frankreich, nördlich des Genfer Sees bis zu den Ausläufern des französischen Jura erstreckt sich sein kreisrunder Tunnel. Auf einer Länge von 27 Kilometern. Was Physiker, Ingenieure und Techniker in dieser Riesenröhre veranstalten, ist nichts anderes, als die Inszenierung des Urknalls, der Entstehung von Materie, Raum und Zeit.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

11.08.2013, 15:20 Uhr

Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten.

SealTeam

11.08.2013, 15:27 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

11.08.2013, 15:51 Uhr

Was dabei herauskam? Ihr Computer, mit dem sie ihren "Kommentar" geschrieben haben.

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