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14.04.2016

09:20 Uhr

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes

Start-up-Milliardärin steht vor dem Aus

VonAstrid Dörner

Weil ihre Blutlabors nicht den Standards entsprechen, fordern US-Aufseher einem Medienbericht zufolge zwei Jahre Berufsverbot. Für Elizabeth Holmes, Gründerin des Start-ups Theranos, könnte das das Aus bedeuten.

Seit Oktober schon bangt Elizabeth Holmes um ihr Lebenswerk. Ein Artikel hatte auf Probleme bei der Verlässlichkeit von Theranos-Bluttests hingewiesen und damit den Abwärtsstrudel ausgelöst. AFP; Files; Francois Guillot

Elizabeth Holmes

Seit Oktober schon bangt Elizabeth Holmes um ihr Lebenswerk. Ein Artikel hatte auf Probleme bei der Verlässlichkeit von Theranos-Bluttests hingewiesen und damit den Abwärtsstrudel ausgelöst.

New YorkHiobsbotschaft für Elizabeth Holmes: Der Gründerin des viel beachteten Blutlabors Theranos könnte ein Berufsverbot drohen. Die zuständige Aufsichtsbehörde will der 32-Jährigen die Lizenz für ihr Labor in Kalifornien entziehen.

Das geht aus einem Brief an Holmes hervor, den das „Wall Street Journal“ am Mittwoch veröffentlichte. Zudem soll sie, ebenso wie ihr Stellvertreter Sunny Balwani, zwei Jahre lang kein Labor besitzen oder betreiben dürfen. Den Aufsehern zufolge soll Holmes es versäumt haben, Probleme in ihrem Labor in Kalifornien zu lösen.

In einem auf den 18. März datierten Brief ist von einer Frist von 10 Tagen die Rede. In diesem Zeitraum sollte sich Holmes verteidigen. Die Aufsichtsbehörde würde Theranos‘ Argumente derzeit prüfen, hieß es.

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Die Debatte um Elizabeth Holmes und ihre Blutanlaysefirma Theranos tobt weiter. Doch der Aufstieg und Fall der ehemaligen Hoffnungsträgerin des Silicon Valley wirft auch ein schlechtes Licht auf die Medienbranche.

Holmes kämpft schon seit Oktober um ihr Lebenswerk. Das WSJ hatte mit einem kritischen Artikel auf Probleme bei der Verlässlichkeit von Theranos‘ Bluttests hingewiesen und damit den Abwärtsstrudel ausgelöst.

Die Zeitung zitierte ehemalige Mitarbeiter, die auf Ungenauigkeiten bei den Testergebnissen hinwiesen. In einem Fall seien die Kaliumwerte einiger Patienten so hoch gewesen, „dass sie hätten tot sein müssen“, hieß es in dem Artikel. Ein ehemaliger Mitarbeiter habe zudem anonym Beschwerde bei Aufsichtsbehörden eingereicht. Labore müssen regelmäßig Überprüfungen der Regulierer bestehen. Der Mitarbeiter glaubte jedoch, dass Theranos Ergebnisse manipuliert haben könnte.

Holmes hatte Theranos 2003 mit der Mission gegründet, Blutanalysen schneller und günstiger anzubieten als herkömmliche Labors. Und statt das Blut mit einer Nadel aus der Vene zu zapfen, sollen ein paar Tropfen genügen, die durch einen Piekser in den Finger entnommen werden. Möglich machen soll das ein neues System, dessen Technologie sie auch vor vielen Investoren und Beratern geheim hält.

Holmes hatte – typisch für viele erfolgreiche Start-ups – große Ambitionen. Sie wollte das amerikanische Gesundheitssystem umkrempeln und ist mit dem Unternehmen zur jüngsten Selfmade-Milliardärin der Welt aufgestiegen. Theranos war zu seinen besten Zeiten mit neun Milliarden Dollar bewertet worden.

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Elizabeth Holmes will mit ihrem Start-up Theranos Blutanalysen revolutionieren und das US-Gesundheitssystem umkrempeln. Doch nun werden alle bisherigen Erfolge der Vorzeigefrau des Silicon Valley infrage gestellt.

Nun ist die Zukunft des einst so vielversprechenden Unternehmens in Gefahr, Holmes Ruf ist ernsthaft beschädigt. Es ist der tiefe Fall eines Shootingstars. Holmes galt als große Hoffnung in der von Männern dominierten Tech-Branche. Sie zierte die Cover aller großen Magazine und wurde erst im September vom ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton auf dessen Konferenz „Clinton Global Initiative“ interviewt.

Immer wieder wurde Holmes sie mit Apple-Gründer Steve Jobs verglichen. Zu ihren frühen Förderern gehört mit Investor Tim Draper auch die ganz alte Garde der Tech-Branche. Auch Ex-Oracle-Chef Larry Ellison investierte in Theranos.

Doch schnell will Holmes nicht aufgebeben. Noch Anfang April heuerte sie eine Reihe von renommierten Medizinern und Labor-Experten an, die das Unternehmen beraten sollten.

Für das Silicon Valley kommt die Krise bei Theranos zur Unzeit. In den vergangenen Monaten haben nicht nur Investoren sondern auch die US-Börsenaufsicht vor allzu luftigen Bewertungen der Technologie-Unternehmen gewarnt. Gerade Innovationen im Gesundheitsbereich hatten zuletzt Geldgeber angezogen.

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