Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2012

09:48 Uhr

Tiefsee

Expedition ins Reich der Yeti-Krabbe

Bei einer Expedition in die Tiefe des Ozeans vor der Antarktis haben Wissenschaftler bislang unbekannte Tierarten entdeckt. Die bizarre Lebensgemeinschaft schart sich um heiße Quellen in ewiger Dunkelheit.

Ein dichter Teppich von Yeti-Krabben bedeckt die Tiefsee-Schlote. dpa

Ein dichter Teppich von Yeti-Krabben bedeckt die Tiefsee-Schlote.

DüsseldorfIn der Tiefsee vor der Antarktis haben Forscher ein bizarres Ökosystem entdeckt. Unzählige Yeti-Krabben bedecken den Seeboden dort unten lückenlos, auch einen bislang unbekannten Oktopus hat ein ferngelenktes U-Boot fotografiert. Die Lebensgemeinschaft findet sich in der Umgebung heißer untermeerischer Quellen, sogenannter Schwarzer Raucher, aus denen Wasser mit einer Temperatur von rund 380 Grad Celsius strömt – heißer als geschmolzenes Blei.

Die Wissenschaftler um Alex Rogers von der Universität in Oxford ließen ihr mit Messgeräten und Kameras bestücktes U-Boot im Gebiet der East Scotia Ridge auf bis zu 2600 Meter herab. Die Bilder zeigten die mehrere Meter hohen Schlote der Schwarzen Raucher, die vom Meeresboden emporwachsen. Aus ihnen strömt heißes Wasser, das im Untergrund von Magma erhitzt wurde. Seine schwarze Farbe, verursacht durch im Wasser gelöste Mineralien, gibt den Tiefseequellen ihren Namen.

Beim Kontakt mit dem kühlen Tiefseewasser fallen die Mineralien aus und lassen die Schlote wachsen. In der Weite des immer dunklen und kalten Meeresbodens entstehen durch diese hydrothermalen Quellen Oasen eines höchst spezialisierten Lebens.

So entdeckten Rogers und seine Kollegen in 2,4 Kilometern Tiefe etwa tausende blasse Krabben, die den Boden als dichten Teppich bedecken. Sie werden zu den sogenannten Yeti-Krabben gezählt, die ihren Namen der dichten Körperbehaarung verdanken. Bislang wurde erst eine einzige Art dieser exotischen Tiefseeorganismen entdeckt.

Die Felsen in der Umgebung der Tiefseequellen sind an vielen Stellen mit einer dicken Matte aus Mikroorganismen bewachsen. Sie ernähren sich von im Wasser der Quellen gelösten Substanzen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×