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11.06.2015

11:32 Uhr

Tödliches Virus

Was Koreas Notenbank mit Mers zu schaffen hat

Die koreanische Zentralbank senkt den Leitzins – wegen der Viruserkrankung Mers. Die grassiert seit Mai in Südkorea, am Morgen ist der zehnte Mensch gestorben. Was sich die Notenbanker dabei gedacht haben.

Alarm in Südkorea

Zahl der Mers-Todesopfer steigt weiter

Alarm in Südkorea: Zahl der Mers-Todesopfer steigt weiter

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SeoulAuf den ersten Blick klingt die Meldung aus Südkorea einigermaßen absurd: Die Notenbank Bank of Korea hatte am Morgen überraschend den Leitzins um ein Viertel auf rekordniedrige 1,5 Prozent gesenkt – wegen der Viruserkrankung Mers. Wie hängt das eine mit dem anderen zusammen?

Südkoreas Wirtschaft steht schon länger unter Druck. Aufgrund der lahmen globalen Nachfrage und dem schwachen japanischen Yen waren Exporte und Importe in Südkorea in den ersten fünf Monaten des Jahres eingebrochen. Nun fürchtet die Zentralbank offenbar, dass die Atemwegserkrankung Mers ihr Übriges dazu tun könnte, die Konjunktur weiter zu schwächen.

So sorgt man etwa, dass es der Wirtschaft nachhaltig schaden könnte, wenn Touristen und Inländer Reisen nach und in Südkorea stornieren oder – noch einfacher – Bürger aus Angst vor Ansteckung zu Hause bleiben und nicht zur Arbeit gehen könnten. Ein niedrigerer Leitzins dürfte dagegen den südkoreanischen Won verbilligen und die Kreditvergabe ankurbeln.

Seit Mai grassiert der Mers-Virus bereits in Südkorea. Am Morgen meldete der Nachrichtendienst RT den zehnten Toten. Mehr als Hundert sollen laut der koreanischen Gesundheitsbehörde infiziert sein. Tausende wurden nach möglichem Kontakt mit dem Virus unter Quarantäne gestellt.

Bei dem Mers-Virus handelt sich um einen seit dem Jahr 2012 bekannten neuen Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch kann es zu Nierenversagen kommen.

Allerdings ist Mers nicht so leicht zwischen Menschen übertragbar wie etwa die Atemwegserkrankung Sars, an der in Asien im Jahr 2003 hunderte Menschen starben. Der Ausbruch der Krankheit in Südkorea ist der größte außerhalb der arabischen Halbinsel, wo das Coronavirus (Mers-CoV) erstmals 2012 nachgewiesen worden war.

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