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04.12.2012

11:58 Uhr

Top-Klimasünder

Die Welt pustet munter weiter CO2 in die Atmosphäre

Besonders China, Indien und die USA heizen dem Klimawandel weiter kräftig ein. Nur radikale Klimaschutzziele würden helfen. Forscher fürchten eine Erwärmung um fünf Grad.

Verdürrter Mais: Beim Umweltgipfel in Doha sehen Umweltschützer die Fortsetzung des Kyoto-Protokolls und eine stärkere Reduktion der Treibhaus-Emissionen deutlich behindert. dapd

Verdürrter Mais: Beim Umweltgipfel in Doha sehen Umweltschützer die Fortsetzung des Kyoto-Protokolls und eine stärkere Reduktion der Treibhaus-Emissionen deutlich behindert.

DohaWährend der CO2-Ausstoß in Europa und den USA im vergangenen Jahr zurückgegangen ist, legte er in Schwellenländern wie China und Indien deutlich zu. Das berichtet ein internationales Forscherteam in den Magazinen Nature Climate Change und Earth System Science Data. Global stiegen die Kohlenstoffdioxid-Emissionen 2011 demnach um drei Prozent auf 34,7 Milliarden Tonnen. Während China ein Plus von knapp zehn Prozent und Indien einen Zuwachs um 7,5 Prozent verzeichnete, pustete die EU 2,8 Prozent und in die USA 1,8 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre. Die neuen Werte wurden mit denen aus dem Jahr 2010 verglichen.

"Die andauernden wirtschaftlichen Probleme in den Industriestaaten haben die Emissionen reduziert. Der starke Anstieg in rasch wachsenden Volkswirtschaften wie China gleicht das aber mehr als aus", sagte Leitautor Glen Peters vom Klimaforschungsinstitut Cicero in Norwegen. Pro Kopf stieß China mit 6,6 Tonnen ähnlich viel C2 aus wie die EU mit 7,3 Tonnen. Jeder Amerikaner hingegen ist im Schnitt für 17,2 Tonnen Kohlenstoffdioxid verantwortlich. In Indien lag der Pro-Kopf-Ausstoß bei 1,8 Tonnen.

Hintergrund zum Klimagipfel

Klimaabkommen

Die Weltgemeinschaft verhandelt auf dem Klimagipfel in Doha fünf Punkte. Erstens haben die Verhandlungsparteien sich in Durban verpflichtet, endlich ein umfassendes, international gültiges Klima-Abkommen zu entwerfen, das 2015 verabschiedet werden soll und 2020 in Kraft tritt. In Doha will man ein Arbeitsprogramm formulieren, das möglichst konkrete Schritte festlegt, um das Ziel zu erreichen.

Kyoto-Protokoll Plus

Zweitens soll das Kyoto-Abkommen, das Ende des Jahres ausläuft, verlängert werden. An einer zweiten Phase werden sich aber nur noch wenige Staaten beteiligen. Gemeinsam verursachen sie nur rund 15 Prozent der globalen Emissionen. In Doha wird darüber verhandelt, wie hoch ihre Verpflichtungen sein werden, wie lange die zweite Kyoto-Phase dauern soll und ob die teilnehmenden Staaten nicht genutzte Emissionsrechte aus der ersten Phase in die zweite übertragen dürfen.

Weil die bisherigen Versprechen nicht ausreichen, will Deutschland mit der EU außerdem möglichst viele Staaten zu weiteren Zusagen bewegen. Die deutsche Regierung hofft auf eine Allianz der "Vorreiterstaaten".

Entwicklungsländer

Viertens geht es um die Frage, wie die Entwicklungsländer ihre Anpassung an den Klimawandel finanzieren können. Die Industriestaaten haben zugesagt, von 2010 bis 2012 eine Anschubfinanzierung in Höhe von 30 Milliarden Dollar zu leisten. Bis 2020 sollen 100 Milliarden Dollar jährlich fließen. Was in den Jahren dazwischen passieren soll, ist offen. Hilfs- und Umweltorganisationen fordern, künftig die Emissionen aus dem internationalen Schiffs- und Flugverkehr, die bisher nicht in den Zertifikatehandel einbezogen werden, finanziell zu belasten. Das würde Geld bringen und zugleich den Ausstoß von Treibhausgasen reduzieren.

Fünftens sollen unterschiedliche Verhandlungsstränge, die auf verschiedenen früheren Klimakonferenzen begonnen wurden, in Doha formal beendet und in eine einzige Verhandlungsplattform überführt werden. So will man die künftigen Klimagespräche erleichtern.

Mehr als ein Viertel der globalen Emissionen gehen auf das Konto Chinas. Damit ist das Land weltweit führend unter den Klimasündern. Danach folgen die USA mit einem Anteil von 16 Prozent, die EU mit elf Prozent, Indien mit sieben Prozent. "Hohe Emissionen in einigen Entwicklungsländern ändern stetig die globale Verteilung der Emissionen. Das Gerechtigkeitsargument, dass noch 1990 galt, trifft 2012 nicht mehr zu", sagte Peters. Damals hätten Entwicklungsländer noch 35 Prozent der globalen Emissionen verantwortet, 2011 seien es aber bereits 58 Prozent gewesen.

Kommentare (10)

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Norbert

04.12.2012, 12:07 Uhr

Und die Medienhuren verbreiten eifrig die CO2 Lügen....
Und die dummen Schafe glauben diesen Mist immer noch....

Harald

04.12.2012, 12:23 Uhr

@Norbert: Danke! Sie nehmen mir die Worte aus dem Mund :-) Und anfügen möchte ich noch, das die EU sicher noch etwas mehr tun wird um die Wirtschaft anzukurbeln....Aeh ich meine die Umwelt zu retten ;-)

vandale

04.12.2012, 13:03 Uhr

Hallo Harald...die EU handelt sicherlich nicht im Sinne einer Wirtschaftsankurbelung. Verordnungen wie REACH und die Kosten des Klimaschwindels wirken in Richtung einer verarmten, mittelalterlichen Gesellschaft.

Interessant in dem Artikel ist der ziemlich lineare Zusammenhang zwischen Wohlstand, Energieverbrauch und CO2 Emissionen.

In diesem Sinne kann man die Steigerung der CO2 Emissionen sehr begrüssen.

Vandale

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