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20.08.2014

14:46 Uhr

Trampender Roboter

Besucht Hitchbot bald Deutschland?

VonGerd Braune

Eine Fahrt im Zedernkanu der Indianer beschließt Hitchbots Tour durch Kanada Der kleine trampende Roboter hat in weniger als vier Wochen mehr als 6.000 Kilometer zurückgelegt – Vielleicht kommt er nach Deutschland

Dr. Frauke Zeller und Dr. David Smith platzieren Hitchbot am Highway 102, nahe Halifax, im kanadischen Nova Scotia. Rund 6.000 Kilometer legte der trampende Roboter während seiner Reise von der Ost- an die Westküste zurück. Reuters

Dr. Frauke Zeller und Dr. David Smith platzieren Hitchbot am Highway 102, nahe Halifax, im kanadischen Nova Scotia. Rund 6.000 Kilometer legte der trampende Roboter während seiner Reise von der Ost- an die Westküste zurück.

OttawaNach einer mehr als 6.000 Kilometer langen Tour durch Kanada ist Hitchbot, der trampende Roboter, an seinem Ziel am Pazifik angekommen. In Victoria auf der Vancouver-Insel wurde der Roboter, der in den vergangenen dreieinhalb Wochen zu einem Medienstar avancierte, von Vertretern indianischer Nation begrüßt und mit einem Kanu durch den Hafen von Victoria gefahren. Offizielle Endstation der Reise, die in Halifax am Atlantik begonnen hatte, ist am Donnerstag die Open Space-Gallerie in Victoria.

Vor dem Empress Hotel von Victoria wurde Hitchbot zum „Afternoon Tea“ begrüßt. Der etwa einen Meter große Roboter wurde auf einen roten Ledersessel platziert, vor sich feines Porzellan.

Auf dem Kopf trug er eine rote Feder: Die indianische Esquimalt-Nation hatte ihm den Kopfschmuck geschenkt, der aber nicht aus geheiligten Adlerfedern, sondern gefärbten Gänsefedern bestand.

Die Songhee-Indianer paddelten mit ihm in einem 15 Meter langen Kanu aus Zederholz durch den Hafen und er besuchte Gemeinden der Tsawout-, Tsyecum- und Pauquachi-Indianer.

Der indianische Videoproduzent Steve Sxwithul´txw fuhr ihn in die Indianergemeinden, wo er mit Kindern zusammentraf. „Dies ist eine Chance für die Kinder, Technologie aus der Nähe zu sehen und sie zu verstehen“, sagt Sxwithul´txw. Die Kinder fanden den Roboter „cool“, auch wenn er auf Fragen in indianischer Sprache nur zusammenhanglose Antworten gab – er verstand sie nicht.

Hitchbot, offiziell hitchBOT geschrieben, ist ein Kunstprojekt, das testen soll, wie Mensch und Roboter miteinander umgehen. Geschaffen wurde die vermenschlichte Maschine von Frauke Zeller, Professorin an der Ryerson-Universität in Toronto, ihrem Kollegen David Harris Smith von der McMaster-Universität in Hamilton und Studenten.

„Hitchbot war von Anfang an als ein offenes Kunstprojekt konzipiert. Es hat eine Eigendynamik entwickelt, die all unsere Erwartungen übertroffen hat“, sagte Frauke Zeller. „Durch die große Resonanz in den Sozialen Medien hat sich Hitchbot zu einem partizipativen Kunstprojekt und ,Social Event´ entwickelt, mit Tausenden von Menschen, die daran Interesse haben.“

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