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13.01.2006

12:15 Uhr

Trigema-Neuheit

T-Shirts zum Kompostieren

VonSusanne Bergius und Hans Schürmann

Das neue T-Shirt des Sportbekleidungsherstellers Trigema kann man – wenn es denn entsorgt werden soll – getrost auf den Kompost geben. Die Fasern werden von den Pilzen und Bakterien rückstandsfrei abgebaut. Das Unternehmen wird seine Innovation, mit der es sich von den Wettbewerbern abheben will, Ende Januar bundesweit in seinen Testgeschäften anbieten.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp am Firmensitz in Burladingen. Foto: dpa

Trigema-Chef Wolfgang Grupp am Firmensitz in Burladingen. Foto: dpa

HB BERLIN/DÜSSELDORF. „Die neuen Hemden zeichnen sich dadurch aus, dass sie sowohl für die Menschen vollkommen gesund ist als auch nützlich für die Umwelt“, sagt Michael Braungart, wissenschaftlicher Leiter des Umweltforschungsinstituts EPEA in Hamburg. Der Fabrikant aus dem schwäbischen Burladingen hat die neue Textilie gemeinsam mit dem Hamburger Institut und seinen Zulieferern entwickelt. „Insbesondere für die zunehmende Zahl von Allergikern ist das neue T-Shirt eine echte Alternative", sagt Wolfgang Grupp, Inhaber und Geschäftsführer von Trigema.

Solche naturbelassenen T-Shirts gibt es zwar schon – Hersteller von Naturtextilien bieten entsprechende Produkte schon seit längerem und weisen die Schadstofffreiheit mit entsprechenden Qualitätssiegeln nach –, mit Trigema setzt nun erstmals auch ein traditioneller Textilhersteller auf die Ökoschiene. Es sei ein allgemeiner Trend, dass sich Hersteller von Textilien versuchen, über die Umweltverträglichkeit ihrer Produkte von den Wettbewerbern abzusetzen, sagt Thomas Schneider, leitender Forscher am Faserinstitut in Bremen. „Die Frage ist nur, ob der Kunde gerade auf die Kompostierbarkeit besonderen Wert legt.“

Der Chemiker und Ökovisionär Braungart hofft, „dass eines Tages alle Textilien kompostierbar sind und wieder in den natürlichen Kreislauf gelangen und der Umwelt nutzen können.“ Er hat unter anderem für die Schweizer Firma Rohner kompostierbare Posterbezüge für Bürostühle, Möbel und Flugzeugsitze und mit Beiersdorf biologisch abbaubare Polymere (natürliche und chemische Kunststoffe) entwickelt sowie britische Forscher der Universität Warwick zur Erfindung eines kompostierbaren Mobiltelefons angeregt.

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