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10.01.2007

09:10 Uhr

Überwachungssystem für Stimmbandnerven

Elektronik macht Operationen an der Schilddrüse sicherer

Verletzt der Chirurg bei einer Operation die Nerven des Patienten, kann dies gravierende Folgen haben. Daher entwickeln Forscher jetzt ein Monitoring-System, das die Nerven während des Eingriffs kontinuierlich überwacht und den Arzt bei Gefahr warnt.

hsn DÜSSELDORF. Kommt das Messer des Chirurgen beispielsweise dem Stimmbandnerv bedenklich nahe, weist ein piepsender Ton den Arzt darauf hin, dass der Druck auf die Nerven zu stark ist.

Mit bloßem Auge sind Nerven schwer erkennbar, denn sie gleichen in Struktur und Farbe dem Bindegewebe und den kleinen Blutgefäßen. Das Risiko ist groß: Wird etwa bei Schilddrüsenoperationen der Stimmbandnerv beschädigt, drohen chronische Heiserkeit, Stimmlosigkeit und Atemnot.

Um dies zu verhindern, entwickeln Experten des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik IBMT zusammen mit anderen Projektteilnehmern für Operationen der Schilddrüse und im kleinen Becken flexible Elektroden, die die Nerven erstmals kontinuierlich überwachen und den Chirurgen rechtzeitig warnen. „Momentan kann man erst nach der Operation prüfen, ob die Nerven des Patienten noch reagieren“, sagt Klaus Peter Koch, Projektleiter am IBMT.

In einem Pilotprojekt bei Schilddrüsenoperationen konnten die Forscher bereits zeigen, dass es prinzipiell möglich ist, den Stimmbandnerv kontinuierlich zu überwachen. Sie platzierten zwei Elektrodenpaare auf dem Tubus, der zur Beatmung des Patienten in seine Luftröhre gelegt wird. Eines der Elektrodenpaare stimuliert von einer Software gesteuert den Stimmbandnerv, der daraufhin den Stimmbandmuskel erregt. Das zweite Elektrodenpaar erfasst die Reaktion dieses Muskels, die von der Software ausgewertet wird.

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