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20.03.2006

11:40 Uhr

Umwelt

Japans Kirschbäume von Schimmel bedroht

Seit alters her betören sie die Japaner jedes Jahr aufs Neue: die Kirschblüten. Doch Nippons Kirschbäumen droht Unheil durch eine Schimmelerkrankung.

Kirschbaum dpa

Blühender Kirschbaum im japanischen Osaka (Archivbild).

dpa TOKIO. Seit alters her betören sie die Japaner jedes Jahr aufs Neue: die Kirschblüten. Doch Nippons Kirschbäumen droht Unheil durch eine Schimmelerkrankung. Eine am Montag veröffentlichte Untersuchung des japanischen Blumenverbandes fand heraus, dass an 25 Stellen in 18 Provinzen Kirschbäume von Schimmel befallen waren.

Dies könne dazu führen, dass die Bäume keine Blüten tragen oder im schlimmsten Fall in etwa zehn Jahren absterben, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Angesichts der bevorstehenden Kirschblütensaison empfehle der Verband daher, die befallenen Stellen von den Bäumen zu entfernen. Zugleich hieß es aber zur öffentlichen Beruhigung, dass die Gesundheit von Menschen nicht gefährdet sei.

Für die Bewohner des fernöstlichen Inselreiches liegt der Reiz der Kirschblüte in ihrer vergänglichen Schönheit. Im Mittelalter galt sie den Samurai, die jederzeit zum Sterben bereit sein mussten, als Symbol ihres Ritterstandes. Und Kamikaze-Piloten schmückten sich während des Krieges mit Sakura, bevor sie sich in den Tod herabstürzten. Heutzutage betreiben die Japaner ihren Kult um die Kirschblüte auf friedliche, wenngleich bisweilen arg ausgelassene Weise. Familien, Freunde und Firmenbelegschaften zieht es alljährlich zur Hana-mi, der Blütenschau, unter die Kirschbäume. Man singt, isst, trinkt und tratscht - und hinterlässt am Ende Berge von Abfall.

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