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10.05.2012

07:52 Uhr

Umweltsatellit

Esa gibt Envisat verloren

Gerade einmal zehn Wochen ist es her, dass die Esa den zehnten Geburtstag von Europas größtem Umweltsatelliten feierte. Nun muss sie die Mission von „Envisat“ für beendet erklären – der Satellit ist verloren.

Envisat antwortet nicht mehr. Jetzt hat die Esa den Satelliten aufgegeben. dpa

Envisat antwortet nicht mehr. Jetzt hat die Esa den Satelliten aufgegeben.

ParisDie Rettungsversuche für den größten europäischen Erdbeobachtungssatelliten „Envisat“ sind gescheitert. Nach dem Totalausfall der Kommunikationssysteme vor rund einem Monat erklärte die Europäische Raumfahrtorganisation Esa die Mission des „Öko-Polizisten“ am Mittwoch für beendet.

„Ein Team von Ingenieuren hat während des vergangenen Monats versucht, die Kontrolle über „Envisat“ zurückzuerlangen“, kommentierte die Esa. Trotz kontinuierlicher Befehle eines weitverzweigten Netzes von Bodenstationen habe es aber keine Reaktion des Satelliten gegeben.

Der 8,2 Tonnen schwere „Envisat“ war am 1. März 2002 von einer Ariane-5-Rakete auf eine polare Umlaufbahn in 800 Kilometern Höhe gebracht worden. Seitdem umrundete er mehr als 52.000 Mal die Erde. Weil er wichtige Daten zu Klimawandel und Umweltverschmutzung lieferte, wurde er auch als „Öko-Polizist im Weltraum“ bezeichnet.

Für Wissenschaft und Forschung ist das Ende von „Envisat“ ein bitterer Verlust – auch wenn er doppelt so lange arbeitete wie beim Bau geplant. Mit seinen zehn Instrumenten, darunter dem Mikrowellenradar „Asar“, beobachtete der Satellit in den vergangenen zehn Jahren die Landmassen der Erde, die Atmosphäre, die Ozeane und die Polkappen.

Nahezu in Echtzeit war es möglich, die Temperatur der Meeresoberfläche, weltweite Feuer-Landkarten sowie Ozon-Vorhersagen im Internet bereitzustellen. Rund 2500 wissenschaftliche Veröffentlichungen beruhen nach Esa-Angaben auf den von „Envisat“ gesendeten Daten.

Zuletzt zeigten Forscher mit Hilfe von „Envisat“-Bildern, dass die internationale Schifffahrt insgesamt mehr Luftschadstoffe als der weltweite Flugverkehr produziert. Andere Aufnahmen bewiesen, dass der verheerende Tsunami vor Japans Küste in der Antarktis neue Eisberge entstehen ließ. 2006 belegten „Envisat“-Bilder eine „unnormale und dramatische Situation der Eisschmelze“ auf der Nordhalbkugel.

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