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19.01.2005

13:35 Uhr

Forschung + Medizin

Unesco erwartet Tsunami-Frühwarnsystem bis Juni 2006

Die Unesco erwartet, dass bis Juni kommenden Jahres ein Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean eingerichtet wird. Es soll später auf andere Regionen wie die Karibik ausgeweitet werden.

dpa KOBE. Die Unesco erwartet, dass bis Juni kommenden Jahres ein Tsunami-Frühwarnsystem im Indischen Ozean eingerichtet wird. Es soll später auf andere Regionen wie die Karibik ausgeweitet werden. Auf der Weltkonferenz zur Katastrophenvorsorge in Kobe warnten Experten am Mittwoch aber vor überzogenen Erwartungen.

Für ein tatsächlich auch effektives Warnsystem bedürfe es „dauerhafter Bemühungen“, den Menschen das Wissen über Tsunami zu vermitteln und ihr Bewusstsein zu schärfen, sagte der Generalsekretär der Unesco- Ozeankommission IOC, Patricio Bernal. Das sei ein langer Prozess.

Fachleute werden am 3. März zunächst zu einer viertägigen technischen Folgekonferenz in Paris zusammenkommen, um die verschiedenen Vorschläge Deutschlands, Japans und anderer Länder für ein Warnsystem zu bündeln. Bei einer weiteren für Juli geplanten Tagung will man sich dann auf ein abschließendes Tsunami-Warnkonzept verständigen. Dabei will man schnellstmöglich auf bereits bestehenden technischen Instrumenten aufbauen. Danach sollen die Anrainerstaaten entscheiden, ob sie das Warnsystem auch wollen.

Die Unesco hatte bereits mehrfach auf die Notwendigkeit eines Tsunami-Warnsystems hingewiesen, doch nur wenige Anrainerstaaten des Indischen Ozeans hatten daran Interesse gezeigt. Auf einer wegen der Katastrophe vom 26. Dezember auf die Tagesordnung gesetzten Tsunami- Sondersitzung waren sich die Delegierten einig, dass die Anrainer selbst verantwortlich für ein solches Frühwarnsystem sein müssen. Sie müssten unter anderem dafür sorgen, dass die Warnungen auch die Menschen bis hinunter auf die Dorfebene erreichen. Bis ein Tsunami- Frühwarnsystem für den Indischen Ozean vollständig einsatzbereit sei, was zwischen sechs Monaten und drei Jahren dauern könne, müsse die Unesco ihrerseits für eine internationale Koordinierung sorgen.

Als Folge der Tsunami-Katastrophe gebe es international eine Bereitschaft zur Kooperation, wie sie bisher nicht vorhanden gewesen sei, zog ein Experte eine Zwischenbilanz der Konferenz in Kobe. Zugleich sei der globale Charakter der Katastrophe deutlich geworden. Vorsorge gegen Naturkatastrophen müsse als Teil nachhaltiger Entwicklung verstanden werden. Konferenzteilnehmer wiesen immer wieder auf die Notwendigkeit einer langfristigen Erziehungsarbeit in den betroffenden Ländern hin. Es bestehe jedoch die Gefahr, dass mit der Zeit das Krisenbewusstsein wieder schwinde.

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