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14.03.2011

11:04 Uhr

Unsichtbarer Feind

Wie Radioaktivität den Körper zerstört

Bei einer Atom-Katastrophe, wie sie derzeit in Japan droht, können sich die Bewohner des betroffenen Gebietes nur bedingt vor radioaktiven Strahlen schützen. Die Folgen der unsichtbaren Gefahr werden oft erst nach Jahren sichtbar.

Radioaktive Strahlung schädigt den Körper auf unterschiedliche Weise. Quelle: dapd

Radioaktive Strahlung schädigt den Körper auf unterschiedliche Weise.

DüsseldorfHohe Dosen radioaktiver Strahlung können unterschiedliche gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Dabei kommt es entscheidend darauf an, über welchen Zeitraum hinweg der menschliche Körper der Strahlung ausgesetzt ist.

Ionisierende Strahlung, wie sie von radioaktiven Partikeln ausgeht, kann in hohen Dosen zu einer chemischen Kettenreaktion im Körper führen, die Zellen schädigt. Die Schäden sind unterschiedlich und hängen von der Dauer, Art und Stärke der Strahlen ab. Experten unterscheiden zwischen akuten Strahlenschäden und Spätfolgen.

Die akuten Folgen einer zu hohen Strahlenbelastung werden als „Strahlenkrankheit“ bezeichnet. Sie äußert sich zunächst in Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen. Der weitere Verlauf hängt von der Intensität der Strahlung ab, der die betreffende Person ausgesetzt war. In leichteren Fällen klingen die Symptome nach einigen Wochen ab. Hohe Strahlendosen führen dagegen schnell zu Fieber, Übelkeit, Verbrennungen von Haut und Mundraum, in der Folge zu Haarausfall, inneren Blutungen und schlimmstenfalls zum Tod.

Doch bereits niedrig dosierte Strahlen können das Erbgut verändern und damit langfristig Krebs auslösen. Besonders Leukämie, Schilddrüsen-, Lungen- und Brustkrebs sind mögliche Spätfolgen. So lagert sich etwa radioaktives Cäsium 137 im Knochengewebe ab und kann im Knochenmark die Bildung neuer Blutkörperchen stören, was zu Leukämie führen kann.

Auch Plutonium kann zur Entstehung verschiedener Krebserkrankungen führen. Das radioaktive und hochgiftige Schwermetall wird zusammen mit Uran in Atomreaktoren als Brennstoff eingesetzt – unter anderem im Reaktor 3 des Atomkraftwerks Fukushima. Falls Plutonium in die Lunge gerät, können schon winzige Mengen Krebs verursachen. Dringt Plutonium in Wunden ein, verbindet es sich mit Eiweißen des Blutplasmas und lagert sich in Leber und Knochenmark ab. Dort kann Plutonium Leukämie auslösen.

Kommentare (1)

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14.03.2011, 11:43 Uhr

Frau Merkel sagte gestern mehrfach: "Nach Allem, was wir wissen, ist die Sicherheit unserer Kernkraftwerke gegeben." Hier möchte ich Ihnen, Frau Merkel, entgegnen, dass uns genau aber das, was wir nicht wissen, solche Sorgen machen muss, dass wir uns eine solch Tot-bringende Technik nicht leisten können und wir Bürger auch nicht wollen. Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geborgt und wollen sie ihnen heil übergeben!
http://faszinationmensch.wordpress.com/2011/03/13/kernkraftwerke-und-warum-es-ein-wiegen-in-sicherheit-nicht-geben-kann

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