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07.04.2011

15:51 Uhr

Unterschätzte Gefahr

Hautkrebsrate steigt an

Auch die Frühlingssonne hat es in sich: Ärzte raten zu frühzeitigem Schutz, denn die Sonne strahlt derzeit schon so stark wie im Hochsommer. Und die Hautkrebsrate steigt

Die Sonne strahlt derzeit schon so stark wie im Hochsommer. Die Hautkrebsrate steigt jedes Jahr deutlich an. Quelle: dpa

Die Sonne strahlt derzeit schon so stark wie im Hochsommer. Die Hautkrebsrate steigt jedes Jahr deutlich an.

BerlinJahr für Jahr erkranken in Deutschland rund 24.000 Menschen neu an Hautkrebs - Tendenz steigend. "Wir haben jährlich eine Zunahme von fünf Prozent bei Hautkrebs aller Arten", sagte der Leiter der Europäischen Hautkrebsstiftung, Prof. Eggert Stockfleth, am Donnerstag in Berlin. Trotz der wachsenden Akzeptanz des Hautkrebsscreenings in der Bevölkerung, unterschätzten viele Menschen weiterhin die Gefahr durch zu viel Sonneneinstrahlung. "Wir haben durch die dünnere Ozonschicht schon jetzt im April eine Sonnenintensität wie im August", betonte Stockfleth, der am Berliner Uniklinikum Charité arbeitet. Sonnenschutz durch Schatten, Kleidung und ausreichendes Eincremen sei - vor allem für Hellhäutige und Kinder - überaus wichtig.

"Die Hälfte von uns wird irgendwann einen hellen Hautkrebs entwickeln", sagte der Mediziner. Diese Form des Hautkrebses ist im Vergleich zum malignem Melanom (Schwarzer Hautkrebs) ungefährlicher, aber inklusive seiner Vorläuferform auch zehnmal häufiger. "Das Melanom ist der bösartigste Krebs überhaupt, den wir beim Menschen kennen, und der helle Hautkrebs ist der häufigste", fasste Stockfleth zusammen. Dennoch gebe es den großen Vorteil, dass beide frühzeitig zu erkennen und auch zu behandeln seien.

Das kostenlose Hautkrebsscreening, das gesetzlich Versicherte ab 35 seit 2008 alle zwei Jahre nutzen können, sei hierzu ein wichtiger Schritt. Rund ein Drittel der Berechtigten, also rund 13 Millionen Menschen, hat es bis 2010 bereits in Anspruch genommen. "Aber das Angebot muss noch bekannter werden", sagte der Hautarzt.

Basis der Hautkrebstherapie ist weiterhin die Operation, bei der der Tumor herausgeschnitten wird. Neue Ansätze bewähren sich jedoch beim hellen Hautkrebs, vor allem seiner Vorform, der aktinischen Keratose, bei der die Oberhaut verhornt und verkrustet. "Wir behandeln die gesamte, chronisch lichtgeschädigte Region flächendeckend mit Gel oder Salbe. Das dauerte bislang mehrere Wochen, mit neuen Medikamente jedoch nur noch zwei bis drei Tage", so der Hautarzt.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

07.04.2011, 22:51 Uhr

"Das Ozonloch könnte driften" - und es könnte uns der Weihnachtsmann erscheinen - leibhaftig! Du meine Güte! Ozon bildet sich in Sekundenbruchteilen überall dort, wo "harte" UV-Strahlung auf Sauerstoff trifft. Dadurch wird die Strahlung absorbiert und die Temperatur der Schicht, in der die Absorption stattfindet, erhöht. Weitere UV-Strahlung zerstört die Ozon-Moleküle wieder, so daß sich diese ständig gebildet und wieder "abgeschossen" werden. Deshalb gibt es überall dort, wo Sonnenlicht Zugang hat, in der Stratosphäre die "Ozonschicht". Aber in den Polarzonen strahlt in der Polarnacht KEIN UV-Licht ein, so daß sich kein Ozon nachbilden kann. Trotzdem zerfallen in dieser Zeit die instabilen Ozonmoleküle, außerdem kommt es zu horizontalen und insbesondere am Beginn des Polarfrühlings zu vertikalen Durchmischungen und damit zu einer zusätzlichen Verdünnung der Ozonschicht. Genau das ist "das Ozonloch"! Daß das Ozonloch in sonnenbeschienene geographische Breiten "abdriften" könnte, ist ein Märchen! Könnte man durch einen magischen Zauberspruch z.B. über Mitteleuropa das Ozon beseitigen, würde sich durch die dann in tiefere Schichten durchdringende "harte" UV-Strahlung sofort eine neue Ozonschicht nachbilden.

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