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07.02.2005

15:36 Uhr

Untersuchung ohne Beschädigung der Fruchtblase

Ultraschall ersetzt die Nadel

Eine neue Ultraschallmethode soll künftig die Zahl von Fruchtwasseruntersuchungen zu Beginn der Schwangerschaft verringern. Das so genannte Ersttrimester-Screening mit Ultraschall und Blutuntersuchung der Mutter würde somit auch die mit den Fruchtwasseruntersuchungen einhergehenden Komplikationen deutlich reduzieren.

HB BONN. Das so genannte Ersttrimester-Screening mit Ultraschall und Blutuntersuchung der Mutter würde somit auch die mit den Fruchtwasseruntersuchungen einhergehenden Komplikationen deutlich reduzieren. Bei Fruchtwasseruntersuchungen werden mit einer feinen Nadel Zellen aus der Fruchtblase genommen und auf Chromosomenstörungen untersucht. Dabei kommt es in rund jedem 200. Fall zu Komplikationen, teilte die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin in Bonn mit. Entzündungen, Blutungen oder sogar Fehlgeburten seien möglich. Mit der neuen Methode wird dagegen in der elften bis 14. Woche mittels Ultraschall die Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich des Ungeborenen gemessen, ohne die Fruchtblase zu beschädigen. Überschreitet die Flüssigkeitsmenge einen kritischen Wert, ist das ein Hinweis für eine genetische Störung.

Ergänzend wird im Blut der Mutter die Konzentration zweier Schwangerschaftshormone gemessen, die auf gesundheitliche Probleme beim Ungeborenen hinweisen können. Mit einem Computerprogramm, das auch das Alter der Mutter miteinbezieht, kann zusätzlich das Risiko von Fehlbildungen berechnet werden. Denn mit zunehmendem Alter der Mutter – heute ist jede fünfte Frau bei der Geburt 35 Jahre und älter – steigt das Fehlbildungsrisiko rapide an.

Neun von zehn Embryonen mit Trisomie 21 würden mit der neuen Methode erkannt. Das Verfahren gehört aber noch nicht zu den im Mutterpass verankerten gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen. Die Kosten von 100 bis 200 Euro müssten von den Frauen selbst übernommen werden. Fruchtwasseruntersuchungen würden dagegen für Frauen über 35 bezahlt.

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