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27.10.2011

11:07 Uhr

Urzeitechsen

Dinosaurier auf Wanderschaft

Wenn es dem Dinosaurier zu trocken wurde, ging er auf Wanderschaft: US-Forscher haben erstmals konkrete Hinweise auf ausgedehnte Wanderungen der Urzeitechsen gefunden.

Zähne von Fossilien des Camarosaurus lentus, die im Rahmen der Studie untersucht wurden. dpa

Zähne von Fossilien des Camarosaurus lentus, die im Rahmen der Studie untersucht wurden.

LondonManche Dinosaurier unternahmen offenbar im Laufe eines Jahres Wanderungen über hunderte Kilometer hinweg: Zur Zeit der sommerlichen Dürre zogen die urzeitlichen Pflanzenfresser in kühle und feuchte Bergregionen. Das schließen US-Forscher aus einer Analyse von Saurierzahnschmelz, deren Ergebnisse sie jetzt es im britischen Wissenschaftsjournal „Nature“ veröffentlichten.

Henry Fricke vom Colorado College in Colorado Springs untersuchte die Zusammensetzung des Zahnschmelzes von Fossilien des Camarosaurus lentus, einem großen Pflanzenfresser der späten Jurazeit. Sein Lebensraum im heutigen Wyoming und Kalifornien waren flache Flussniederungen.

Der Gehalt verschiedener Sauerstoff-Isotope im Zahnschmelz belegt jedoch, dass die Tiere auch Trinkwasser aus anderen Regionen aufnahmen: Während des Wachstums der Zähne müssen sie zeitweise in bis zu 300 Kilometer entfernte Bergregionen gewandert sein, um ihren Durst zu stillen.

Die unterschiedliche Konzentration des Sauerstoff-Isotops O-18 in verschiedenen Zahnschmelzschichten spiegelt die Gegend und insbesondere die Höhe der Landschaft wieder, aus der das Trinkwasser der Saurier stammte. So zeigen Analysen von verschiedenen Wachstumszonen der Zähne, dass die Dinosaurier zwischen der Bergregion und dem Flachland hin und her gewandert sein mussten.

„Vermutlich verließen die Tiere das Flachland zu Beginn der sommerlichen Trockenzeit und kehrten im Herbst wieder zurück“, glaubt Fricke. Dies könnte ein Hinweis auf einen regelmäßigen Wanderzyklus sein, wie Großtierherden in Afrika ihn auch heute vollziehen.

Möglicherweise sei dies aber auch nur eine Ausnahme wegen eines ungewöhnlich trockenen Sommers gewesen. Weitere Proben von anderen Fundstellen sollen nun klären, ob die riesigen Saurier jedes Jahr auf die Wanderung gingen.

Von

dpa

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