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19.04.2016

10:07 Uhr

Urzeitliche Riesenechsen

Dino-Sterben schon vor der Bombe aus dem All

Ein Meteoriten-Einschlag vor 66 Millionen Jahren besiegelte nach gängiger Theorie das Ende der Dinosaurier. Doch für die Riesenechsen begann der Abstieg schon Millionen Jahre früher, wie Forscher nun belegen können.

Die mangelnde Fähigkeit, ausgestorbene Arten durch neue zu ersetzen, machte die Riesenechsen anfällig. dpa

Modell eines Tyrannosaurus rex

Die mangelnde Fähigkeit, ausgestorbene Arten durch neue zu ersetzen, machte die Riesenechsen anfällig.

ReadingSchon lange vor dem verheerenden Meteoriten-Einschlag vor 66 Millionen Jahren ging es einer Studie zufolge mit den Dinosauriern bergab. Schon etliche Millionen Jahre vor ihrer endgültigen Auslöschung verschwanden mehr Dino-Arten von der Erde als neue entstanden, berichten britische Forscher in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften („PNAS“).

Die mangelnde Fähigkeit, ausgestorbene Arten durch neue zu ersetzen, habe die Riesenechsen anfällig gemacht. Sie seien unfähig geworden, schnell auf eine Katastrophe zu reagieren und sich davon zu erholen, so die Forscher.

Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass ein Meteoriten-Einschlag im Bereich des heutigen Mexiko am Ende des Erdmittelalters das Ende der Dinosaurier besiegelte. Weit strittiger ist die Frage, ob es schon vor diesem Ereignis ein Sauriersterben gab, bei dem die Vielfalt unter diesen Tieren abnahm.

Frühere Arbeiten zu dieser Frage hätten evolutionäre Dynamiken wie Artensterben und Artenbildung nicht ausreichend berücksichtigt und verfügten nicht über genügend statistische Aussagekraft, schreiben die Wissenschaftler um Manabu Sakamoto von der University of Reading in ihrem Artikel. Sie analysierten nun statistisch im Detail die Stammesgeschichte aller Dinosauriergruppen – der Vogelbeckensaurier sowie der Echsenbeckendinosaurier mit den Sauropodomorpha und den Theropoda.

Dazu werteten sie Datensätze aus, die hunderte systematische Gruppen von Dinosauriern umfassten. Die Analyse liefere überwältigende Unterstützung für die Annahme, dass sich die Artbildungsrate bei nahezu allen Dinosauriern vor dem endgültigen Verschwinden verlangsamte, bis sie schließlich unterhalb der Aussterberate lag, so die Forscher. Das passierte spätestens 24 Millionen Jahre vor dem Meteoriten-Einschlag.

Betrachteten die Forscher in ihrer Analyse die einzelnen Dinosaurier-Hauptgruppen für sich, passierte das sogar noch früher: 48 bis 53 Millionen Jahre vor dem Einschlag.

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