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18.11.2011

10:13 Uhr

Urzeitliches Massensterben

Forscher enträtseln das größte Artensterben der Erdgeschichte

Es war dramatischste Massensterben in der Geschichte unseres Planeten. Vor 250 Millionen Jahren verschwanden innerhalb kurzer Zeit die meisten Arten von der Erde. Forscher sind der Ursache jetzt auf die Spur gekommen.

Verheerende Vulkanausbrüche lösten das größte Massensterben der Erdgeschichte aus. dpa

Verheerende Vulkanausbrüche lösten das größte Massensterben der Erdgeschichte aus.

WashingtonVor gut 250 Millionen Jahren wurde ein Großteil des Lebens auf der Erde vernichtet: Vulkane spuckten Lava und stießen Unmengen giftiger Gase aus, Brände zerstörten ausgedehnte Wälder, der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre sank dramatisch. In einem Zeitraum von nur 200.000 Jahren starben daraufhin 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten an Land und sogar 95 Prozent der Meeresbewohner aus.

Neue Erkenntnisse zu Ursachen und Ablauf des größten Massensterbens, das die Erde bislang erlebt hat, hat ein internationales Forscherteam jetzt im Fachmagazin „Science“ vorgestellt. Die Ergebnisse untermauern die These, wonach verheerende Vulkanausbrüche das Artensterben auslösten.

Shu-zhong Shen und seine Kollegen vom Institut für Geologie und Paläontologie in Nanjing untersuchten insgesamt 29 vulkanische Aschelagen aus verschiedenen Regionen in Südchina. Sie datierten die Proben mit der sogenannten Uran-Blei-Methode. Dabei wird der radioaktive Zerfall von Uran als Zeitmesser genutzt.

Die Untersuchungen lassen den Schluss zu, dass durch eine Folge heftiger Vulkanausbrüche im heutigen Russland große Mengen von Kohlendioxid und Methan freigesetzt wurden. Der Sauerstoffgehalt sank dadurch deutlich, zudem gelangten riesige Mengen sulfathaltiger Schwebeteilchen in die Atmosphäre.

Dadurch veränderte sich das Klima rapide. Es wurde heißer und trockener, Brände entstanden und zerstörten ganze Landstriche. Durch den Verlust der Wälder kam es zu Verwitterungen, die Böden erodierten.

Die Untersuchung ergab zudem, dass das Massensterben vor genau 252,28 Millionen Jahren einsetzte und dass dabei zeitgleich und sehr schnell ein Großteil des marinen und des terrestrischen Lebens vernichtet wurde. Das Artensterben dauerte insgesamt nicht länger als 200.000 Jahre, die meisten Arten verschwanden jedoch bereits innerhalb von nur 20.000 Jahren.

Im Lauf der Erdgeschichte kam es fünf Mal zu einem großen Massensterben. Dazu zählt auch dasjenige, das vor rund 65 Millionen Jahren zur Vernichtung der Dinosaurier führte. Das Massensterben vor rund 250 Millionen Jahren war jedoch bisherigen Untersuchungen zufolge das verheerendste in der Geschichte unseres Planeten.

Von

dpa

Kommentare (8)

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18.11.2011, 10:27 Uhr

Ueber unser Aussterben werden sie in Millionen Jahren mal berichten - die hatten den Euro eingefuehrt und der hatte ein gigantisches Massensterben hervorgerufen. Nur einige wenige primitive Urvoelker ueberlebten, die noch jagen und fischen gingen. Als ueberlebende deutsche Politiker versuchten diese zu organisieren, ging auch dieser Rest der Menschheit verloren.

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18.11.2011, 11:15 Uhr

Unser Volk und unser Land:
Nie wird es untergehn.
Solang die Sonne scheint,
so lang wird es bestehn.

Wirtschaftsschwierigkeiten haben noch nie einem Volk geschadet. Das renkt sich alles wieder ein.

Account gelöscht!

18.11.2011, 11:48 Uhr

Man sollte sich immer wieder vor Augen führen, wie extrem empfindlich und schmalbandig unsere Extstenz auf diesem Planeten eigentlich ist. Umweltzerstörung und Artensterben haben wir zur Zeit ebenfalls. Wenn sich der Mensch seiner Lebensgrundlagen beraubt, wird es sehr eng auf diesem Planeten. Eine Alternative gibt es zur Zeit nicht und wir brauchen uns auch nicht der Hoffnung hingeben, dass wir diesen Planeten, wie in der Sience Fiction oft beschrieben, verlassen bzw. umsiedeln können.
Nur was bedeuten schon 20.000 Jahre Artensterben auf die heutige Zeit übertragen für den Menschen? Praktisch nichts. Wobei wir es ja deutlich schneller hinbekommen werden, sagen wir mal so in etwa 200 Jahren. Und deswegen macht sich auch kaum jemand Gedanken darüber, dass wir dabei sind, uns unserer eigene Lebensgrundlage zu berauben. Denn Umweltzerstörung ist praktisch noch ein Kavaliersdelikt und man schiebt die Lösung lieber in die Zukunft. Schließlich sind die heutigen Finanzprobleme ja größer, Ressourcen müssen ja ebenfalls im großen Stil abgebaut werden, Kriege machen ja auch so unglaublich viel Spaß und den Gift- und Atommüll lagern wir mal eben dort hin, wo ihn keiner sieht.

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