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16.07.2013

08:11 Uhr

Urzeitriesen

Dem T. Rex auf den Zahn gefühlt

Es war ein harter Kampf. Der junge Tyrannosaurus rex verfolgte sein Beutetier und verbiss sich in dessen Schwanzwirbel. Den Zahn, den der Raubsaurier dabei verlor, haben Forscher nun an einem ungewöhnlichen Ort entdeckt.

Der Zahn des T. Rex war fest zwischen zwei Schwanzwirbeln des Hadrosauriers eingewachsen. dpa

Der Zahn des T. Rex war fest zwischen zwei Schwanzwirbeln des Hadrosauriers eingewachsen.

WashingtonDer Räuber hinterließ eine Spur, die noch nach Millionen von Jahren erkennbar war. Ein typischer Zahn, verkeilt in den Wirbeln seiner Beute, zeigt: Tyrannosaurus rex war definitiv ein Jäger und nicht nur ein Aasfresser. Das berichten David Burnham von der Universität Kansas (USA) und seine Mitarbeiter in den „Proceedings“ der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften („PNAS“).

Seit langem hatten Forscher gerätselt, ob der furchterregende T. rex wirklich Beute jagte oder eher ein großer, träger Aasfresser war, der sich an der Beute anderer, schnellerer Saurier satt fraß. Ein entscheidendes Indiz fanden Forscher jetzt auf einer Dinosaurier-Fundstelle der Oberen Kreidezeit (vor etwa 65 bis 100 Millionen Jahren) in North Dakota: Zwischen den Schwanzwirbel eines pflanzenfressenden Hadrosauriers, wahrscheinlich eines erwachsenen Edmontosaurus annectens, steckte noch ein spitzer, abgebrochener Zahn.

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Durch seine feine sägezahnartige Riffelung konnte er eindeutig identifiziert werden. Er stammte aus dem Gebiss von einem jungen T. rex.

Der entscheidende Hinweis auf den Verlauf der Begegnung der Tiere vor über 65 Millionen Jahren war aber die Tatsache, dass die beiden Wirbel um den Zahn herum fest zusammen gewachsen waren. Dies bedeutet, dass der Hadrosaurier den Angriff noch mindestens einige Monate lang überlebte hatte, die Wunde verheilt war und folglich, dass er als lebendes Tier in den Schwanz gebissen wurde.

Die Lage des Zahns zwischen den Wirbeln deutet nach Angaben der Forscher darauf hin, dass der junge T. rex seine fliehende Beute verfolgte und ebenso zu Fall zu bringen versuchte, wie dies auch heutige große Raubtiere tun - indem er sie mit großen Wunden schwächte und schließlich endgültig tötete. Auch wenn er sicherlich wie auch heutige Raubtiere Aas nicht verschmäht habe, so zeige der Fund doch eindeutig, dass T. rex ein aktiver Jäger gewesen sei, schreiben die Forscher.

Von

dpa

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