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18.02.2004

15:40 Uhr

US-Forscher wollen kleinste Sensoren über Laserfunk vernetzen

Staubkorngroße Messfühler überwachen die Umwelt

Computer werden kleiner, mobiler – und dringen in alle Lebensbereiche vor. Gerade letzteres nehmen Forscher der US-Universität Berkeley wörtlich: Sie entwickeln ein so genanntes Smart-Dust-Netzwerk, eine Verbindung staubkorngroßer Sensoren, die über Laser-Funkverbindungen ein Kommunikationsnetz bilden.

HB/clo DÜSSELDORF. Der intelligente Staub vereinigt auf kleinstem Raum einen Prozessor, Sensor und die Stromversorgung durch Mikro-Batterien. Die Datenübertragung per Laser ist energiesparender als mit Radiowellen, wie man sie vom Handy kennt. Die Sensoren sollen jahrelang messen, senden und empfangen können.

Die Entwicklung befindet sich allerdings in einem frühen Stadium. Erste Prototypen sind noch fünf Millimeter groß. Die Körner können zwar schon Daten erfassen und weiterleiten, sie sollen aber noch bis zu 100mal kleiner werden. Sogar ein Betriebssystem mit dem Namen „Tiny-OS“ wurde bereits entwickelt, mit der die winzigen Sensornetzwerke betrieben werden sollen. Bis 2010 sollen erste schlaue Stäube Informationen übermitteln, versprechen die Ingenieure und Informatiker.

Die Palette anvisierter Anwendungen ist breit: Kleinste Temperaturfühler in den Wänden könnten miteinander kommunizieren, um Heizung und Kühlung optimal abzustimmen. Ebenso wäre ein buchstäblich feinfühliges Einbrecher-Alarmsystem realisierbar. Denkbar wäre auch die Überwachung von Körperfunktionen. Smart Dust ließe sich auch auf Äckern ausstreuen, um Feuchtigkeit und Temperatur zu messen, womit sich der beste Zeitpunkt zum Pflanzen ermitteln ließe. Und schließlich: Langfristig könnte die Grenze zwischen Soft- und Hardware verwischen.

Kein Wunder, dass große US-Computerkonzerne wie IBM, Microsoft und Sun die Forschung unterstützen, die vor allem in Berkeley und am MIT vorangetrieben wird. Auch das Militär ist interessiert. Schließlich wäre Smart Dust der perfekte Stoff für die Spionage.

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