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19.05.2014

20:21 Uhr

US-Raumfahrtbehörde

Nasa sieht Konflikt mit Russland gelassen

Was die Aufkündigung der Zusammenarbeit bei der Raumstation ISS zwischen den USA und Russland angeht, zeigt sich die US-Raumfahrtbehörde demonstrativ gelassen. Der Nasa-Chef habe davon „offiziell keine Kenntnis“.

BerlinIn der Auseinandersetzung zwischen den USA und Russland ist die US-Raumfahrtbehörde Nasa um demonstrative Gelassenheit bemüht. Nasa-Chef Charles Bolden sagte am Montag in Berlin, bis zu ihm sei die Aufkündigung der Zusammenarbeit bei der Internationalen Raumstation ISS durch die Russen zum Jahr 2020 noch nicht gedrungen. „Ich habe davon offiziell keine Kenntnis“, sagte Bolden, der zur Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse ILA in Berlin angereist ist (20. bis 25. Mai). Russlands Vizeregierungschef Dmitri Rogosin hatte Mitte Mai in Moskau erklärt, in sechs Jahren aus dem ISS-Projekt auszusteigen und den 2020 auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern.

Kommende Woche wird Deutschlands nächster Astronaut Alexander Gerst (38) vom russischen Raumfahrt-Bahnhof Baikonur ins Weltall starten. Ab dem 29. Mai soll der Geophysiker aus Künzelsau dann der nächste Deutsche auf der Internationalen Raumstation ISS sein - möglicherweise könnte er der letzte sein.

Auch der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner bemühte sich, Wogen zu glätten. Bis 2020 sei noch einige Zeit hin, dann laufe der Vertrag über den Betrieb der wesentlich von Deutschland mitfinanzierten Forschungsstation ISS aus. Zuletzt waren sich alle Beteiligten weitgehend sogar einig über eine Verlängerung des Projekts, das von Russland, den USA, der europäischen Weltraumagentur Esa sowie von Kanada und Japan geleitet wird. Im Januar hatten die USA die nötigen Finanzmittel für einen Betrieb bis 2024 freigegeben. Vom technischen Zustand her könne die ISS sogar mindestens bis 2028 unterhalten werden, hieß es stets.

Bolden hob hervor, seine langjährigen Kontakte zur obersten Raumfahrtbehörde Russlands seien weiter gut und dies solle auch so bleiben. Anders sei es auf der politischen und diplomatischen Ebene. Er betonte, die ISS von mehreren Partnern getragen und wenn einer ausschere, stünden auch noch die anderen bereit. Wörner erklärte, ihn beunruhige mehr, dass es weiter keine feste Zusagen aus Europa für eine Beteiligung an der ISS bis 2020 gebe. Bislang gebe es nur eine Zusage bis 2018. Branchenkenner verweisen auf viele Reibungspunkte innerhalb der ESA, vor allem auch zwischen Deutschland und Frankreich bei der Wahl der künftigen Trägerrakete Ariane.

Von

dpa

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